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Aktuelle Informationen zur Blauzungenkrankheit

In einem Rinderbestand im rheinland-pfälzischen Wincheringen (Landkreis Trier-Saarburg) ist am 11.01.2019 ein Ausbruch der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) nachgewiesen worden. Die Blauzungenkrankheit ist eine nicht ansteckende Infektionskrankheit, die durch stechende Insekten übertragen wird. Erreger ist das Bluetongue-Virus. Das Virus ist für den Menschen nicht gefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können bedenkenlos verzehrt werden. Von der Blauzungenkrankheit sind Schafe und Rinder, selten auch Ziegen betroffen. Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche.

Zur Bekämpfung dieser anzeigepflichtigen Tierseuchen müssen Restriktionsgebiete gebildet werden, in denen der Viehverkehr eingeschränkt werden muss, um so eine Ausbreitung des Tierseuchenerregers zu verhindern.

Ein im Süden von Rheinland-Pfalz bereits bestehendes Sperrgebiet, das im Dezember 2018 nach dem Ausbruch der Seuche im baden-württembergischen Ottersweier (Landkreis Rastatt) eingerichtet worden war, wird aufgrund des neuen Blauzungen-Nachweises in Wincheringen aktuell ausgeweitet. Davon betroffen sind auch Teile von Nordrhein-Westfalen – unter anderem auch das gesamte Gebiet der StädteRegion Aachen. Daneben sind in NRW auch die folgenden Kreise und kreisfreien Städte betroffen:

  • Kreis Euskirchen
  • Kreis Düren
  • Rhein-Erft-Kreis
  • Rhein-Sieg-Kreis
  • Bundesstadt Bonn
  • Stadt Köln
  • Übach-Palenberg und Geilenkirchen im Kreis Heinsberg
  • Rhein-Kreis Neuss
  • Kreis Siegen-Wittgenstein
  • Hochsauerlandkreis
  • Kreis Olpe
  • Märkischer Kreis
  • Stadt Hagen
  • Stadt Wuppertal
  • Ennepe-Ruhr-Kreis
  • Kreis Mettmann
  • Stadt Düsseldorf
  • Stadt Leverkusen
  • Stadt Remscheid
  • Stadt Solingen
  • Oberbergischer Kreis
  • Rheinisch-Bergischer Kreis

Eine Übersicht über die derzeit geltenden Beschränkungen im Viehverkehr sowie Muster für die Tierhaltererklärungen finden Sie rechts im Bereich Formulare / Infos.

Ab dem 18.05.2019 gelten beim innerstaatlichen Verbingen aus dem Sperrgebiet hinaus folgende Vorgaben:

Kälber, die aus einer Restriktionszone innerstaatlich verbracht werden sollen, müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie stammen von Muttertieren, die vor der Belegung wirksam gegen den entsprechenden BTV-Stamm (derzeit BTV-8) geimpft wurden und haben nachweislich Kolostrum des zugehörigen Muttertieres aufgenommen. Die Impfungen des Muttertieres gegen den entsprechenden BTV-Stamm sind in der HIT-Datenbank zu erfassen. Der Nachweis der Kolostrumgabe erfolgt durch eine Tierhaltererklärung.
  • Sie stammen von Muttertieren, deren Grundimmunisierung gegen den entsprechenden BTV-Stamm (derzeit BTV-8) während der Trächtigkeit erfolgt ist, wobei die Grundimmunisierung 4 Wochen vor dem Abkalben abgeschlossen sein muss, und die Kälber haben nachweislich Kolostrum des zugehörigen Muttertieres aufgenommen.
  • Zusätzlich sind die. Kälber bis max. 14 Tage vor dem innerstaatlichen Transport mit negativem Ergebnis auf den entsprechenden BTV-Stamm untersucht worden. Die Impfungen des Muttertieres gegen den entsprechenden BTV-Stamm und das negative Ergebnis der Untersuchung des Kalbes auf BTV sind in der HIT-Datenbank zu erfassen. Der Nachweis der Kolostrumgabe erfolgtdurch eine Tierhaltererklärung.
  • Eine Repellent-Behandlung ist nicht vorgeschrieben.

Rinder im Alter von über 90 Tagen die aus einer Restriktionszone innerstaatlich verbracht werden sollen, müssen die Bedingungen der VO (EG) Nr. 1266/2007 erfüllen.

Bitte beachten Sie, dass es weiterhin möglich ist, unter 90 Tage alte Kälber in die Niederlande zu verbringen. Dazu müssen die Kälber innerhalb von sieben Tagen vor dem Verbringen mit negativem Ergebnis auf die Blauzungenkrankheit untersucht worden sind (PCR-Untersuchung) und seit dem Zeitpunkt der Probennahme mit einem zugelassenen Repellent behandelt worden sind. Die vorgenannten Voraussetzungen müssen - zusätzlich zur TRACES-Bescheinigung - in einem amtlich zu bescheinigenden Gesundheitszeugnis bestätigt werden.

Stand: 17.05.2019