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Die Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern (Schafe, Ziegen, Rinder)

 

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, für die alle Wiederkäuer bzw. Tiere empfänglich sind. Sie wird durch ein Virus verursacht, das durch infizierte Stechmücken (Gnitzen) übertragen wird. Die Erkrankung geht mit Symptome wie Fieber, Entzündung der Schleimhäute, Ulzerationen und Nekrose von Haut und Maulschleimhaut, an Lippen, Nase, Zitzen und Euter, Ödeme im Kopfbereich und an den Gliedmassen sowie respiratorische Symptome einher.  Insbesondere bei Schafen und Ziegen es zu schweren Erkrankungen und Todesfällen kommen. Da die den Erreger übertragenden Gnitzen durch den Wind weiträumig (bis zu 150 km) verbreitet werden können, weist die Blauzungenkrankheit eine starke Ausbreitungstendenz auf.

Anfang Mai 2016 wurde die EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung aufgrund der aktuellen Seuchenlage in Europa geändert. In Südosteuropa (z.B. Österreich, Slowenien und Italien) wurden Erkrankungen beobachtet, die durch den Serotyp 4 des Bluetongue-Virus (BTV) hervorgerufen wurden. In Frankreich wurden durch BTV-8 hervorgerufene Krankheits-Ausbrüche festgestellt. Das Risiko der Einschleppung der beiden Serotypen BTV-4 und BTV-8 nach Deutschland wird vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als wahrscheinlich bis hoch eingeschätzt.

Durch die Änderung der EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung sind freiwillige Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit möglich. Die StädteRegion Aachen hat durch eine Allgemeinverfügung vorsorglich die Möglichkeit zur freiwilligen (vorbeugenden) Schutzimpfungen gegen die Blauzungenkrankheit geschaffen.

Auch die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt vor dem Hintergrund der Risikoeinschätzung des FLI eine Impfung von empfänglichen Hauswiederkäuern gegen BTV-4 und BTV-8, da Repellentien die Übertragung von Virus durch Gnitzen nicht sicher verhindern können und eine Behandlung erkrankter Tiere nicht immer erfolgreich ist.

Tierhaltern wird die freiwillige Impfung ihrer Wiederkäuer deshalb dringend angeraten.

Für Tierhalter innerhalb von Restriktionszonen gilt außerdem ein Verbringungsverbot ungeimpfter, nicht untersuchter Wiederkäuer. Hieraus ergibt sich vor der Verbringung die Notwendigkeit zu impfen. Darüber hinaus ist insbesondere den Tierhaltern hochgradig empfänglicher Spezies (kleiner Wiederkäuer) die Impfung auch aus Gründen des Tierwohls dringend zu empfehlen.

Im Hinblick auf das innerstaatliche bzw. innergemeinschaftliche Verbringen von Tieren aus Restriktionszonen in freie Gebiete ist die Nachvollziehbarkeit der BT-Impfungen erforderlich. Insofern sind die durchgeführten Impfungen durch den Tierhalter selbst oder durch einen von ihm beauftragten Dritten (z. B. Impftierarzt) in der HIT-Datenbank zu erfassen. Dies ermöglicht einerseits den zuständigen Behörden am Bestimmungsort Plausibilitätsprüfungen vorzunehmen und zum anderen ist die Erfassung der BT-Impfungen als Grundlage für Zertifizierungen der ergänzenden Garantien im innergemeinschaftlichen Handel von Tieren erforderlich

Weitere Informationen der StIKo Vet und des FLI sowie auch die Allgemeinverfügung der StädteRegion Aachen finden Sie rechts im Bereich Formulare / Infos.

 

 

Kontakt

Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen
Carlo-Schmid-Straße 4
52146 Würselen
Tel: +49 241 5198-0
Fax: +49 2405 95018

vetamt@staedteregion-aachen.de

Ansprechpartner/-innen

Frau Dr. Sarah Vosen
Tel: +49 241 5198-3938
Fax: +49 2405 95018
sarah.vosen@staedteregion-aachen.de