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Gebäudeeinmessungspflicht

Warum müssen Gebäude eingemessen werden?

Im Liegenschaftskataster sind flächendeckend für das Land Nordrhein-Westfalen alle Flurstücke und Gebäude aktuell darzustellen und zu beschreiben. Damit erfüllt das Liegenschaftskataster die Anforderungen der Bürger und der Nutzer aus Wirtschaft, Verwaltung, Recht und Wissenschaft an ein Geobasisinformationssystem. Um der gesetzlichen Vorgabe nach Aktualität des Datenbestandes gerecht werden zu können, wurde dem jeweiligen Eigentümer mit § 16 Absatz 2 des Vermessungs- und Katastergesetzes NRW die Pflicht auferlegt, auf seine Kosten ein neu errichtetes oder in seinem Grundriss verändertes Gebäude einmessen zu lassen.

Welche Gebäude sind einmessungspflichtig?

Gebäude im Sinne des Vermessungs- und Katastergesetzes NRW sind dauerhafte, selbstständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren, Sachen oder der Produktion von Wirtschaftsgütern zu dienen.
Wenn Sie ein solches Gebäude neu errichten oder ein bereits bestehendes in seinem äußeren Grundriss verändern unterliegt es der Einmessungspflicht. Einmessungspflichtig sind auch z.B. Anbauten, Wintergärten und Fertiggaragen. Umbauten, Aufstockungen und andere Veränderungen, die sich nicht auf den Grundriss des Gebäudes auswirken, sind nicht einmessungspflichtig. Ebenso unterliegen Gebäude oder Gebäudeanbauten von weniger als 10 m² Grundrissfläche oder  geringer Bedeutung sowie Behelfsbauten, fliegende Bauten, und unterirdische Gebäude nicht der Einmessungspflicht. Auch sind alle Gebäude, die vor dem  01. August 1972 errichtet wurden, davon befreit.

Wann entsteht die Pflicht der Gebäudeeinmessung?

Die Einmessung ist unmittelbar nach der Fertigstellung des Gebäudes oder der äußeren Grundrissveränderung von Ihnen selbstständig zu beantragen. Die Pflicht zur Gebäudeeinmessung besteht auch dann, wenn ein noch nicht eingemessenes Gebäude gekauft, ersteigert oder geerbt wurde. Ähnlich einer öffentlichen Last geht auch die Pflicht zur Gebäudeeinmessung auf die neuen Eigentümer über.
Eine Verjährung der Einmessungspflicht sieht das Gesetz nicht vor.

Wie kann die Einmessungspflicht erfüllt werden?

Für den amtlichen Nachweis eines fertiggestellten Gebäudes im Liegenschaftskataster benötigt die Katasterbehörde eine Vermessung. Nur hierdurch kann gewährleistet werden, dass das Gebäude in seinem tatsächlichen Grundriss und lagerichtig im Liegenschaftskatasterinformationssystem nachgewiesen werden kann. Baupläne und Lagepläne reichen hierfür nicht aus.

Anträge auf Gebäudeeinmessung können bei allen in Nordrhein-Westfalen zugelassenen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren/innen und beim Kataster- und Vermessungs-amt gestellt werden. Stellen Sie den Einmessungsauftrag immer schriftlich und wirken Sie darauf hin, dass die von Ihnen beauftragte Vermessungsstelle der Katasterbehörde umgehend eine Auftragsbestätigung zukommen lässt. Mit Ihrer Beauftragung ist die Verpflichtung zur Gebäudeeinmessung für Sie erfüllt.

Wie wird die Einmessungspflicht überwacht?

Die Bauaufsichtsbehörden in der StädteRegion Aachen informieren das Katasteramt regelmäßig über die Genehmigung und ggf. die Fertigstellung von Baumaßnahmen.
Liegt der Katasterbehörde 3 Monate nach der Fertigstellung kein Nachweis über die Beantragung der Gebäudeeinmessung vor, erhalten die Eigentümer oder Erbbauberechtigten eine schriftliche Aufforderung, innerhalb eines Monats eine Vermessungsstelle mit der Einmessung des Gebäudes zu beauftragen. Geschieht dies nicht, veranlasst das Katasteramt die Gebäudeeinmessung auf Kosten der Eigentümer oder Erbbauberechtigten.

Wer trägt die Einmessungsgebühren und wie hoch sind diese?

Die Gebühren der Einmessung trägt der jeweilige Eigentümer oder Erbbauberechtigte des Grundstücks.
Gebäudeeinmessungen werden nach der Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung (VermWertGebO NRW) abgerechnet. Sie sind gestaffelt und ihre Höhe richtet sich nach dem Gebäudewert. Hierbei sind die Normalherstellungskosten maßgebend. Das sind die Herstellungskosten ohne Berücksichtigung von eventuellen Eigenleistungen.     

Normalherstellungskosten: bis einschließlich 25.000,- Euro
Einmessungsgebühr: 300,-- Euro

Normalherstellungskosten: von 25.000 bis 75.000 Euro
Einmessungsgebühr: 480,-- Euro

Normalherstellungskosten: von 75.000 bis 300.000 Euro
Einmessungsgebühr: 830,-- Euro

Normalherstellungskosten: von 300.000 bis 600.000 Euro
Einmessungsgebühr: 1.350,-- Euro

Normalherstellungskosten: von 600.000 bis 1.000.000 Euro
Einmessungsgebühr: 2.100,-- Euro

Normalherstellungskosten: von 1.000.000 bis 15.000.000 Euro
Einmessungsgebühr: 2.400,-- Euro bis 10.500,-- Euro
(2.400,-- Euro plus 300,-- Euro je weitere angefangene 5.000.000 Euro Normalherstellungskosten)

Normalherstellungskosten: ab 15.000.000 Euro
Einmessungsgebühr: ab 10.800,-- Euro
(plus 300,-- Euro je weitere angefangene 5.000.000 Euro Normalherstellungskosten)

Hinzu kommt die gesetzliche Mehrwertsteuer.

Werden Gebäude auf aneinandergrenzenden Grundstücken gemeinsam eingemessen, ermäßigt sich die Gebühr für jede Gebäudeeinmessung um 20 Prozent.

Die Übernahme von Gebäudeeinmessungen in das Liegenschaftskataster ist gebührenfrei.

Kontakt

Aktualisierung Liegenschaftskataster
Zollernstraße 20
52070 Aachen

Ansprechpartner/-innen

Herr Karl Hubert Schmälter
Tel: +49 241 5198-2552
Fax: +49 241 5198-2291
karl-hubert.schmaelter@staedteregion-aachen.de
Raum: F 220

Herr Georg Sipakis
Tel: +49 241 5198-6238
Fax: +49 241 5198-2291
georg.sipakis@staedteregion-aachen.de
Raum: F 234