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Aufbau eines digitalen Rissarchivs

Mit der Bereitstellung digitalisierter Grenzniederschriften (Urkunden zu Grenzvermessungen) wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Fertigstellung vollzogen

Aufgrund der Vorgaben des Ministeriums für Inneres und Kommunales in NRW begann das Kataster- und Vermessungsamt der StädteRegion Aachen im Rahmen der Erneuerung des Liegenschaftskatasters im Jahr 2011 mit dem Aufbau eines digitalen Rissarchivs. Ziel dieses arbeitsintensiven Projektes sollte die Bereitstellung eines Internetportals für den einfachen, browserbasierten Zugang zu allen Vermessungsunterlagen der Katasterbehörden in NRW sein.

Hintergrund

Vermessungsunterlagen werden seit jeher in NRW von den jeweils zuständigen Katasterbehörden geführt, um sie im Bedarfsfall allen Nutzern im Rahmen von Grundstücks- und Gebäudevermessungen zur Verfügung stellen zu können. Vor Inangriffnahme der Digitalisierung im Liegenschaftskataster wurden diese bis dahin nur in analoger Form vorliegenden  Unterlagen vom Fachpersonal der Katasterbehörde aus dem analogen Archiv herausgesucht und den beantragenden Vermessungsstellen zur Durchführung von Vermessungsaufträgen übergeben.


Nachteile dieses Verfahrens waren zum einen die zeitintensive Recherche - mit entsprechend hohem Personalaufwand  - und zum anderen die zeitliche Einschränkung diese Unterlagen nur während der üblichen Dienstzeiten einsehen und beantragen zu können. Diese Nachteile sollten durch den Aufbau eines digitalen Rissarchivs, in dem jeder berechtigte und eingetragene Nutzer die Möglichkeit hat selbständig und auch außerhalb der Dienstzeiten Vermessungsunterlagen zu recherchieren und herunterzuladen, beseitigt werden.

Lösung

In einem ersten grundlegenden Schritt wurden alle analogen Vermessungsrisse, der sogenannte zahlenmäßige Nachweis von Grenz- und Gebäudevermessungen - ohne die sonstigen urkundlichen Belege einer Vermessung, wie Grenzniederschriften und Ladungen zum Vermessungstermin - mit geeigneten Scannern kopiert, georeferenziert (räumlich zugeordnet) und in digitaler Form als Bilder der Vermessungsrisse im PDF-Format in einer Datenbank hinterlegt.

In einem weiteren Arbeitsschritt - parallel zum ersten - wurden diese Vermessungsrissbilder anschließend in ein Datenmodell eingebunden, welches die jeweiligen Vermessungsrissbilder  mit den im Liegenschaftskataster geführten Flurstücken (Grundstücken) verknüpft. Aufgrund dieser Verknüpfung ist es anhand der Flurstücksbezeichnung nach Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer  oder nach Gemeinde, Straße und Hausnummer oder anhand eines geometrisch in einer Übersichtskarte festgelegten Suchbereichs möglich automatisiert Vermessungsunterlagen zu recherchieren.

Erst kürzlich wurde nun mit der Digitalisierung und Bereitstellung der Grenzniederschriften zu Grenz- und Teilungsvermessungen ein weiterer Meilenstein zum Aufbau eines digitalen Rissarchivs genommen.

Fazit

Mit der flächendeckenden Digitalisierung und Bereitstellung von Grenzniederschriften im Städteregionsgebiet wurde die Nutzung des digitalen Rissarchivs weiter ausgebaut und vervollständigt. Neben der bisher schon möglichen Recherche zu Vermessungsrissen können jetzt auch weitere wichtige Dokumente zur Beurteilung von Grenz- und Teilungsvermessungen über das Internetportal der Katasterbehörde eingesehen und heruntergeladen werden.

Ausblick

Der komplette Ausbau des digitalen Rissarchivs ist noch nicht vollständig abgeschlossen. In den kommenden Jahren wird im Zuge der fachlich qualifizierten Georeferenzierung der Vermessungsrisse die räumliche Recherche zu Vermessungsunterlagen maßgeblich verbessert und optimiert. Zudem werden im Rahmen der Langzeitspeicherung von Liegenschaftskatasterakten und aus Datensicherungsgründen historische Katasterunterlagen eingescannt und in das Datenmodell des Rissarchivs eingebunden.

Kontakt

Georeferenzierung Rissarchiv
Zollernstraße 20
52070 Aachen

Ansprechpartner/-innen

Herr Hans Schröder
Tel: +49 241 5198-6215
hans.schroeder@staedteregion-aachen.de
Raum: F261