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Durchstarten in Ausbildung und Arbeit: Um jungen Geflüchteten eine berufliche Perspektive zu bieten, stimmen Experten in der StädteRegion sich eng ab.

StädteRegion Aachen. „Qualifizierungs- und Bildungsmöglichkeiten bieten Geflüchteten nicht nur eine Zukunftsperspektive, sondern mit ihnen beginnt echte Integration“, sagt Dr. Michael Ziemons, Sozialdezernent der StädteRegion Aachen. Aus diesem Grund ist es wichtig, jungen Geflüchteten Zugang zu Arbeit und Bildung zu bieten – auch denjenigen, bei denen nicht sicher ist, wie lange sie in Deutschland bleiben werden. Diese Chancen zu bieten, ist Ziel der NRW-Landesinitiative „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales und des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

In der StädteRegion Aachen machen neun Kommunen mit: Seit 2018 beteiligen sich Eschweiler und Stolberg, 2019 haben sich auch Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath, Monschau, Roetgen, Simmerath und Würselen angeschlossen. Die Landesinitiative läuft dort bis Ende 2022 und umfasst ein Fördervolumen von insgesamt etwa 1,2 Millionen Euro. Davon steuert die StädteRegion Aachen 20 Prozent als Eigenanteil bei. Das Kommunale Integrationszentrum der StädteRegion koordiniert den Gesamtprozess für die teilnehmenden Städte und Gemeinden.

Zur Zielgruppe gehören Menschen zwischen 18 und 27 Jahren mit unsicherem Aufenthaltsstatus. Der Fokus liegt hierbei zunächst auf 400 Geduldeten in dieser Altersgruppe. Timur Bozkir, Leiter des Kommunalen Integrationszentrums der StädteRegion Aachen, gibt ein Beispiel: „Wenn Menschen einen negativen Asylbescheid erhalten haben, bedeutet das in den meisten Fällen nicht, dass sie Deutschland sofort verlassen müssen. Wie lange sie genau bleiben dürfen, wissen sie aber oft nicht.“ Gleichzeitig dürfen sie aufgrund ihrer unsicheren Bleibeperspektive an vielen Angeboten wie Sprach- und Integrationskursen nicht teilnehmen. Diese Zeit soll den Betroffenen aber nicht verloren gehen. Das sehen nicht nur die Organisatoren der Initiative so, sondern vor allem die Geflüchteten selbst. Die jungen Erwachsenen sollen Perspektiven dafür erhalten, ihren Lebensunterhalt selbstständig zu sichern.

Vier Förderbausteine unterstützen beim Einstieg in eine Ausbildung oder einen Beruf: Der erste Bestandteil ist ein individuelles Coaching. Dabei erhalten die Geflüchteten zum Beispiel Hilfe bei Behördengängen oder beim Schreiben von Bewerbungen. Eine berufsbegleitende Fortbildung und Sprachförderung bilden den zweiten Baustein. Weitere Bestandteile der Initiative sind unter anderem das Nachholen des Hauptschulabschlusses sowie schul-, ausbildungs- und berufsvorbereitende Kurse. Ein wesentlicher Bestandteil von „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ ist das Teilhabemanagement im Rahmen der Initiative „Gemeinsam klappt’s“. „Im persönlichen Gespräch ermitteln wir die Bedarfe der Geflüchteten“, berichtet Johannes Burggraef, der seit Juli als Teilhabemanager in Alsdorf arbeitet. Dann suchen er und die drei anderen Teilhabemanager, die derzeit in der StädteRegion aktiv sind, individuell nach Angeboten vor Ort, die zu der jeweiligen Person passen. „Die Chance, hier eine Arbeit zu finden, ist für viele der Menschen, mit denen ich bisher Kontakt hatte, sehr gut“, so Burggraef.

„Wenn Geflüchtete sich als wertvolles Mitglied der Gesellschaft fühlen und etwas beitragen können, ist das ein wichtiger Schritt für gelingende Integration“, ist sich Sozialdezernent Ziemons sicher. Durch einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz könne sich die Chance auf eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis erhöhen. Und selbst wenn die Geflüchteten Deutschland wieder verlassen müssen, haben sie so eine Perspektive in ihrem Herkunftsland, erklärt er. „Sie können eine Qualifizierung vorweisen und dort wieder Fuß fassen.“

Veröffentlicht am 05.10.2020

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52249 Eschweiler

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Ansprechpartner/-innen

Frau Saskia Wilm
Tel: +49 241 5198-4612
saskia.wilm@staedteregion-aachen.de