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Bodenproben an der Inde weisen auch in der StädteRegion Aachen teilweise erhöhte Dioxin-Konzentrationen auf. Eine akute Gesundheitsgefährdung besteht nicht.

StädteRegion Aachen. Im Juli hat der Kreis Düren erhöhte Konzentrationen an Dioxin in Bodenproben festgestellt, die entlang der Inde entnommen worden waren. Betroffen sind Gebiete in aktuellen und früheren Überschwemmungsflächen des Flusses. Um festzustellen, ob auch Flächen in der StädteRegion Aachen betroffen sind, hat die StädteRegion Aachen 20 Bodenproben auf Grünlandflächen entlang der Inde, der Vicht und des Omerbachs entnommen und auswerten lassen.

Die Ergebnisse zeigen kein eindeutiges Bild. „Wir müssen weiter untersuchen“, erklärt Thomas Pilgrim, der Leiter des Umweltamtes der StädteRegion Aachen. „Ein Großteil der ermittelten Konzentrationen an Dioxin ist unauffällig oder liegt in einer für Nordrhein-Westfalen als Industrieland üblichen Größenordnung. An einzelnen Stellen wurden jedoch auch Werte ermittelt, die weit oberhalb der tolerierbaren Grenze liegen.“ Das betrifft zum Beispiel Gebiete an der Inde bei Büsbach, am Ortsausgang von Stolberg sowie bei Bergrath. Am Omerbach wurden zudem hohe Schwermetallgehalte, insbesondere Blei, festgestellt.
Die Ergebnisse lassen derzeit keine Aussagen zu möglichen Ursachen zu. Eine Belastung mit Schwermetallen ist den Teilen der StädteRegion Aachen, die in der Vergangenheit stark industrialisiert war, nicht ungewöhnlich. Eine akute Gesundheitsgefährdung besteht nach Einschätzung des Gesundheitsamts der StädteRegion Aachen nicht.

„Die erste orientierende Untersuchung ist der Ausgangspunkt für weitere Proben. Den Ergebnissen gehen wir jetzt mit einer weiteren weiträumigen Probenkampagne nach“, so Pilgrim. In Kooperation mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) sollen dabei mindestens 60 weitere Grünlandflächen untersucht werden. Geplant ist außerdem, dass dann auch bebaute Flächen und Kinderspielflächen entlang der Gewässer untersucht werden.

Das Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen untersucht parallel dazu Heu und Futtermittel, die auf den bereits beprobten Bereichen angebaut werden. Für die hoch belasteten Flächen werden vorsorglich Nutzungsbeschränkungen veranlasst. Das bedeutet, dass Tiere, die zur Lebensmittelgewinnung genutzt werden, auf sehr hoch belasteten Flächen bis auf Weiteres nicht mehr weiden dürfen. Auf allen anderen Flächen im Überschwemmungsgebiet von Inde, Vicht und Omerbach wird empfohlen, die Beweidung mit lebensmittelliefernden Tieren vorsorglich zu vermeiden.

Dioxine und Schwermetalle sind in vielen Böden Deutschlands nachweisbar. Erfahrungsgemäß ist in Überschwemmungsgebieten mit erhöhten Schwermetallgehalten im Boden zu rechnen. Dioxin kann über Nahrungsmittel in den menschlichen Körper gelangen, zum Beispiel über Erde, die an Obst oder Gemüse haftet.

Bislang wurden in der StädteRegion Aachen nur Grünlandflächen beprobt. Für bebaute Flächen oder Nutzgärten sind derzeit noch keine Aussagen möglich. Grundsätzlich gilt für Nahrungsmittel, die auf Flächen produziert werden, die mit Dioxin belastet sind:

  • Gemüse kann verzehrt werden, wenn es vorher geschält wird (z.B. Kartoffeln, Möhren, etc.). Nicht schälbares Gemüse mit möglichem Bodenkontakt soll nicht verzehrt werden (Beispiel Grünkohl, Petersilie, etc.).
  • Kürbisartige Gemüse (Speisekürbis, Melonen, Gurken und Zucchini) nehmen Dioxin im Gegensatz zu anderen Pflanzen auch über die Wurzeln auf. Sie sollten nicht verzehrt werden, wenn sie auf Flächen angebaut werden, die erhöhte Dioxinwerte aufweisen.
  • Der Verzehr von Beerenobst sowie Strauch- und Baumobst ist nach vorliegenden Erkenntnissen unbedenklich. Ausnahme: Erdbeeren mit anhaftender Erde.
  • Auch Tomaten, die keinen direkten Bodenkontakt hatten bzw. nicht mit Erde verschmutzt sind, können verzehrt werden.
  • Eier und Fleisch von auf diesen Grundstücken gehaltenen Hühnern oder Kaninchenfleisch von mit Pflanzen aus diesen Grundstücken gefütterten Kaninchen sollten nicht verzehrt werden.
  • Bei Arbeiten mit Kontakt zur Erde sollten Handschuhe getragen werden oder man sollte sich im Anschluss gründlich die Hände waschen.


Haben Sie Fragen? Bei der StädteRegion stehen Ihnen diese Ansprechpartner zur Verfügung:

Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen:
Herr Wüstkamp (0241/5198-3940)

Gesundheitsamt:
Herr Dr. Freund (0241 5198 - 5504)

Umweltamt (Bodenschutz):
Herr Urbanke (0241/5198-2614)

Veröffentlicht am 08.10.2018

Kontakt

Umweltamt
Zollernstraße 20
52070 Aachen
Tel: +49 241 5198-2622

umweltamt@staedteregion-aachen.de

Ansprechpartner/-innen

Herr Thomas Pilgrim
Tel: +49 241 5198-2509
thomas.pilgrim@staedteregion-aachen.de