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Städteregionsrat Dr. Grüttemeier trifft Landwirte und Landfrauen zum Erntedankgespräch. 2022 soll es wieder einen Empfang geben.

StädteRegion Aachen. Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier hat jetzt vier Vorstandsmitglieder der Kreisbauernschaft, den Kreislandwirt und die Vorsitzende des Rheinischen Landfrauenverbandes zum Erntedankgespräch im Haus der StädteRegion Aachen begrüßt. Wichtige Themen von Seiten der Landwirtschaft waren dabei der „Flächenfraß“ großer Gebiete und die Nutzung von Freiflächen für Photovoltaikanlagen. Außerdem wurde intensiv über die zunehmende Ansiedelung des Wolfes sowie die Nachfolgesituation der einzelnen Betriebe durch jüngere Generationen gesprochen. Nachdem der klassische Erntedankempfang nun zweimal wegen Corona abgesagt wurden müsste, hoffen alle Beteiligte auf ein großes Erntedankfest im kommenden Jahr. Dann sollen auch wieder die Gespräche mit allen beteiligten Stellen des Umweltbereiches, des Tierschutzes und der Bauleitplanung von Stadt und StädteRegion Aachen aufgegriffen werden. Auch eine Intensivierung der Gespräche mit der Politik steht auf der Agenda für das kommenden Jahr.
Der Flächenverzehr in der Region Aachen, der häufig aus der Ausweisung von Siedlungs- und Gewerbegebieten resultiert, tangiert die Landwirtschaft in hohem Maße. Durch den Verkauf von Flächen an industrielle Betriebe geht zunehmend landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. Es kommt dadurch zu deutlichen Veränderungen im Gefüge der landwirtschaftlichen Betriebe, so das Fazit der Gäste. Grüttemeier wies darauf hin, dass sich das Landschaftsbild durch die Rekultivierungen im Rahmen des Strukturwandels an vielen Stellen auch positiv verändern könne und man diese Chance gemeinsam nutzen müsse.
Mit Blick auf die Klimaschutzbemühungen mahnten die Landwirte an, dass die Pacht zur Anlage von Flächen für regenative Energien nicht lukrativ sei. Zudem besteht die Sorge vor den Ausgleichsmaßnahmen nach dem etwaigen Rückbau der Anlagen. Hier wünschen sich die Landwirte mehr Planungssicherheit von der Politik.
Ein weiterer Punkt, der die Anwesenden emotional beschäftigt, ist die zunehmende Ansiedelung des Wolfes. Besonders in der Nordeifel, an der ostbelgischen Grenze, hat sich seit einiger Zeit ein Wolfsrudel etabliert, das sowohl Schaf- und Ziegenhalter, mittlerweile jedoch auch Rinder- und Pferdebesitzer bedroht. Präventionsmaßnahmen sind oftmals nicht ausreichend. Nur, wenn die Belastungen der Nutztierhaltenden auf ein erträgliches Maß reduziert werden können, wird es mehr Akzeptanz für Wölfe, Luchse und andere Wildtiere geben, waren sie alle einig.
Sehr intensiv wurde auch die Attraktivität der Führung und des Aufrechterhaltens eines landwirtschaftlichen Betriebes diskutiert. Mittlerweile bestehen in den Ortschaften nur noch wenige Betriebe. Junge Landwirte wünschen sich mehr Rückhalt von der Politik sowie größere Wertschätzung gegenüber regionalen Lebensmitteln von der Bürgerschaft. Baugenehmigungsverfahren sollen vereinfacht und möglichst digitalisiert werden, was bei der StädteRegion Aachen für den „Südkreis“ bereits umgesetzt wurde.
In dem konstruktiven Gespräch konnten viele neue Impulse gesetzt werden. In diesem Zusammenhang bekräftigte Grüttemeier noch einmal das klare Bekenntnis der Städteregion zur Landwirtschaft. Im Sinne des Erntedankfestes nahm der Städteregionsrat abschließend einen bunt geschmückten und mit regionalen Produkten gefüllten Korb entgegen.

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