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Bundesverdienstkreuz für den Initiator des Aachener Friedenslaufs, Heinz Wagner aus Roetgen. Jahrzehntelange Friedensarbeit geleistet.

StädteRegion Aachen: Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier hat jetzt Heinz Wagner aus Roetgen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Der 69-jährige vierfache Familienvater aus Roetgen-Rott hat sich durch sein jahrzehntelanges Engagement in der Friedensarbeit große Verdienste erworben. „Die Auszeichnung ist die höchste Ehre in unserem Land und in diesem Fall wirklich außergewöhnlich, denn nur selten werden Menschen für die Friedensarbeit ausgezeichnet“, so Grüttemeier. Frieden, so Grüttemeier, gehe alle Menschen an. Er nannte drei aktuelle Bespiele: Afghanistan („das militärische Engagement ist gescheitert und Krieg löst keine Probleme“), die Corona-Pandemie („In Afrika sind nur 2 Prozent der Menschen doppelt geimpft, in Europa 60 Prozent“) und den Klimawandel („dadurch wird es zu weiteren Hungersnöten und Migration kommen. Klimaschutz ist auch Friedensarbeit“).

In seiner Laudatio ging Dr. Grüttemeier dann detailliert auf die vielfältigen Verdienste ein, die letztlich zu der Auszeichnung für Heinz Wagner geführt haben. Schon während der Studienzeit engagierte er sich und gründete einen Eine-Welt-Laden. Ab 1987 wirkte er fast zwanzig Jahre als Friedensreferent und Leiter der Geschäftsstelle der katholischen Friedensbewegung „Pax Christi“ im Bistum Aachen mit. Während dieser Zeit war die Versöhnungsarbeit mit Polen ein Schwerpunkt. So bot er auch immer wieder Erinnerungsfahrten nach Auschwitz und Krakau an.  
Ein ganz zentraler Punkt für die Auszeichnung war, dass Heinz Wagner den 1. Aachener Friedenslauf, der bis heute fortbesteht und den er immer noch ehrenamtlich unterstützt, initiiert hat. Er ist Friedensdemonstration und Sponsorenlauf in einem und richtet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler aus der gesamten StädteRegion. Jahr für Jahr setzen so mehrere tausend Kinder und Jugendliche ein Zeichen für den Frieden und sammeln Spenden. Mit dem erlaufenen Geld werden Friedensprojekte verschiedener Organisationen unterstützt. Im Vorfeld gibt es an den Schulen ein umfangreiches Begleitprogramm. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich dabei intensiv mit Friedensthemen auseinander.

Ein weiterer zentraler Grund für die hohe Ehrung ist Wagners Tätigkeit im „Zivilen Friedensdienst“ (ZFD) der heute in Deutschland als wichtigstes zivilgesellschaftliches Instrument der Friedensförderung in Konfliktregionen anerkannt ist. Der ZFD wird aus Bundesmitteln jährlich mit einem zweistelligen Millionenbetrag gefördert. Die Idee entsprang 1991: Unter dem Namen „Forum Ziviler Friedensdienst“ bildete sich ein Gesprächskreis, an dem Heinz Wagner teilnahm und direkt zu einem von vier Sprechern gewählt wurde. Daraus entstand 1996 der gemeinnützige Verein „Forum Ziviler Friedensdienst e.V.“.  Auch hier war er Mitgründer und übernahm zunächst die Aufgabe eines ehrenamtlichen Co-Vorsitzenden. Von 2004 bis zum Renteneintritt 2013 hatte er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers inne. In den Jahren seiner Geschäftsführung verdreifachte sich die Zahl der Mitarbeitenden im In- und Ausland. Innerhalb von gut 20 Jahren wuchs der ZFD von einer Friedensinitiative mit einer Halbtagsstelle zu einer riesigen Organisation. Nach seinem Ausscheiden gründete sich 2014 auf Heinz Wagners Initiative die „Stiftung forumZFD“ mit dem Ziel, die Arbeit des Vereins zu unterstützen. Er ist bis heute ehrenamtlicher Stiftungsvorsitzender.
Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier war nach der Laudatio voll des Lobes über Wagner: „Ich kann nur von Herzen sagen: Danke für das alles und machen Sie weiter so. Unser Land braucht Menschen wie Sie!“ Auch Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss fasste zusammen: „Es ist mir eine Ehre, dieser Veranstaltung beiwohnen zu dürfen. Ihr Engagement ist überaus bemerkenswert und die hohe Auszeichnung absolut verdient. Gerade wir Roetgener sind dem Frieden in besonderer Weise verpflichtet.“

Heinz Wagner selbst gehörten die Abschlussworte: „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, die ich stellvertretend für viele Mitstreiter entgegennehme. Es ist auch in unserer Bundesrepublik Deutschland nicht selbstverständlich, Friedensförderung in den Fokus zu stellen und friedensbewegte Menschen auszuzeichnen. Schon vor vielen Jahren lautet die Forderung, der Staat solle sich mit Geld an der Förderung des Friedens beteiligen und Fachleute zur Friedensbildung ausbilden – zum Beispiel an der Akademie für Konflikttransformation im Forum Ziviler Friedensdienst. Das staatliche Friedensengagement ist gemessen an den Rüstungsausgaben aber auch heute immer noch durchaus ausbaufähig.“

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