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Wir tragen Verantwortung für einen inklusiven Kinderschutz! Eine Fachtagung lieferte Informationen für die Praxis.

StädteRegion Aachen. Wenn Kinder und Jugendliche eine Behinderung haben, haben sie statistisch gesehen ein viel höheres Risiko, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. Was ist zu tun, wenn der Verdacht aufkommt, dass ein Kind betroffen ist oder sich ein Kind einem Erwachsenen sogar anvertraut? Wirksamer Kinderschutz – vor allem, wenn es um Kinder mit Behinderungen geht - war jetzt Thema einer Fachtagung in Herzogenrath, zu der die StädteRegion Aachen gemeinsam mit der Stadt Aachen und vielen weiteren Partnern eingeladen hatte.

„Sensibilisierung und Vernetzung stehen im Zentrum dieses Fachtags“, so Markus Terodde, Dezernent für Jugend und Bildung bei der StädteRegion Aachen. „Denn nur die enge Zusammenarbeit aller Fachkräfte, die beim Kindesschutz eine aktive Rolle übernehmen und Verantwortung tragen, kann Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen den besonderen Schutz ermöglichen, den sie brauchen.“ Dabei haben die Organisatoren die Veranstaltung praxisnah ausgerichtet, um den über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern möglichst viele Anregungen für ihre Arbeit zu bieten. „Der Kinderschutz in der Stadt und StädteRegion Aachen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die die öffentliche Jugendhilfe mit hoher Priorität und strukturiert wahrnimmt und dabei Institutionen ebenso aktiv einbindet wie Bürgerinnen und Bürger“, betonte auch Heinrich Brötz, Beigeordneter der Stadt Aachen für Bildung, Jugend und Kultur.

Für einen wirkungsvollen inklusiven Kindesschutz braucht es alle, die mit den Kindern, Jugendlichen und Familien in Kontakt sind. Dazu gehören Kitas und Schulen ebenso wie das Gesundheitswesen und die Jugend-, Eingliederungs- und Behindertenhilfe. In ihrem Vortrag informierte Prof. Dr. Heike Wiemert von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (Standort Köln) zu Risiko- und Schutzfaktoren bei sexueller Gewalt. Anhand eines Fallbeispiels besprachen Expertinnen und Experten aus der Region, wie die Beteiligten Hand in Hand zusammenarbeiten und auf welche Hilfsangebote sie zugreifen können.

Die Teilnehmenden erhielten einen Überblick zu ortsnahen Angeboten, die dazu beitragen, sexualisierte Gewalt zu verhindern (Prävention) oder um im Ernstfall schnell und effektiv einzugreifen (Intervention). Das sind zum Beispiel spezialisierte Beratungsstellen in Stadt und StädteRegion Aachen, bei der Polizei oder bei der Lebenshilfe Aachen. Sie und weitere regionale Akteure stellten sich an Infopoints vor. „Zum Konzept der Veranstaltung gehörte bewusst auch, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich kennenlernen, austauschen und vernetzen können“, erklärt Sabine Rommel vom Amt für Kinder, Jugend und Familie der StädteRegion Aachen. Sie ist eine von vier speziell ausgebildeten Beraterinnen, die in den Fachberatungsstellen gegen sexuelle Gewalt an jungen Menschen arbeiten. „Gute Zusammenarbeit im Notfall klappt erfahrungsgemäß besser, wenn sich die Beteiligten kennen und wissen: Wer geht da ans Telefon? Je kürzer die Wege, desto besser können wir unserer gemeinsamen Verantwortung für einen inklusiven Kinderschutz gerecht werden.“      

Organisiert wurde die Fachtagung von einem multiprofessionellen Fachkräfteteam aus verschiedenen Institutionen, um möglichst alle Perspektiven zu berücksichtigen. Beteiligt waren neben Stadt und StädteRegion Aachen die Lebenshilfe Aachen, die Polizei Aachen, das Vinzenz-Heim, die Initiative „Gemeinsam Mehrwert“, der Kinderschutzbund Aachen, die Kinderschutzzentren und der Jugendhilfeträger „AuswegEuregio“. 

Veröffentlicht am 12.12.2023