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NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart will Ausbau in Merzbrück zum „Forschungsflugplatz“ unterstützen. Besuch in der StädteRegion hat E-Mobilität über den Wolken im Fokus.

StädteRegion Aachen. „Wir brauchen unbedingt eine neue Landebahn in Merzbrück und das schnell, wenn wir die Revolution des Fliegens von Aachen aus starten wollen.“ So brachte es der RWTH Professor und e.GO Mobile Geschäftsführer, Prof. Dr.  Günther Schuh, auf den Punkt. Anlass seines Vortrags über die Zukunft des elektromobilen Fliegens war der Besuch des NRW-Ministers für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, Prof. Andreas Pinkwart, im Haus der StädteRegion Aachen. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Dr. Werner Pfeil (FPP) war Pinkwart gekommen, um sich aus erster Hand ein Bild über die „Ausbaupläne“ von Merzbrück zum „Forschungsflugplatz“ zu machen.

Kernpunkt der Planung ist, wie der Geschäftsführer der Flugplatz Aachen Merzbrück (FAM) GmbH, Uwe Zink, erläuterte, die Ertüchtigung der Landebahn und die Verschwenkung um 10 Grad, weg von der Bebauung. Damit soll der Landeplatz zukunftsfähig und EU-konform dauerhaft gesichert werden. Das hat besondere Bedeutung für die Entwicklung eines Flugzeugs der ganz neuen Art, dem „Silent Air Taxi“. Das Flugzeug der Zukunft ist eine Entwicklung der Air s.Pace GmbH, einem Zusammenschluss verschiedener Disziplinen aus RWTH, FH Aachen sowie zahlreichen Instituten, und macht seinem Namen alle Ehre: „Wenn sie 100 Meter neben der Landebahn stehen, können sie das Flugzeug schon nicht mehr hören, schildert Professor Schuh einen der großen Vorteile. Die Lautstärke beim Start vergleicht er mit einer Waschmaschine. Geplant ist die Serienfertigung des Leichtbauflugzeuges, das sechs Personen befördern kann und mit einem Elektrohybriden Antriebsstrang unter Verwendung einer Brennstoffzelle angetrieben wird. Das “Silent Air Taxi“ soll zukünftig aber auch ohne Pilot im Autonomen Fliegen Waren befördern können, die „just in time“ geliefert werden müssen.

„Die Entwicklungszyklen sind im Flugzeugbau kürzer als in der Automobilindustrie“, so Schuh. „Wir brauchen konkret schon Ende 2019 eine brauchbare Landebahn in Merzbrück, damit Entwicklung und Wertschöpfung in der Region bleiben können.“ Im Umfeld des Landesplatzes, in Richtung der A 44, soll zudem noch ein Gewerbegebiet, möglichst für flugaffine Spitzentechnologien entstehen.
„Wir merken heute schon durch die Entwicklung des Campus, dass immer mehr Kollegen und Mitarbeiter weltweit tätiger Unternehmen zu uns eingeflogen werden und dann in Brüssel, Köln oder Düsseldorf landen müssen. Kluge Köpfe brauchen aber schnelle Wege. Wir müssen jetzt loslegen, sonst wird die Region  Aachen logistische Provinz“, formuliert Professor Schuh gewohnt pointiert.
Dass dabei die gesamte StädteRegion über die kommunalen Grenzen hinaus an einem Strang zieht, machte Städteregionsrat Helmut Etschenberg deutlich: „Es gibt eine enge kommunale Zusammenarbeit. So arbeiten wir insbesondere mit Aachen und Würselen ganz engagiert daran, dass Merzbrück und nicht Stuttgart oder Braunschweig der Standort wird, an dem Luftfahrtgeschichte geschrieben wird. Welchen Effekt das für den regionalen Arbeitsmarkt haben kann, muss ich vor dem Hintergrund von Streetscooter und e.GO, in Aachen niemandem mehr erläutern.“

Auch der Würselener Bürgermeister, Arno Nelles, setzt auf einen breiten Konsens: „Hier kann etwas Herausragendes für die gesamte Region entstehen. Wir in Würselen wollen alles Erforderliche in die Wege leiten, um es möglich zu machen, dass diese Vision eines Forschungsflugplatzes schon sehr bald Realität wird.“
Kern ist dabei, wie könnte es bei großen Infrastrukturvorhaben auch anders sein, die Finanzierung: „Wir gehen zurzeit von Gesamtkosten in Höhe von 7 bis 8 Millionen Euro für die Landebahnverschwenkung aus“, weiß FAM-Geschäftsführer Uwe Zink. „Eine Landesförderung ist neben dem Anteil der kommunalen Gesellschafter deshalb unverzichtbar, wenn wir in der StädteRegion und damit auch in NRW diese Flugzeuge entwickeln wollen.“

Von der kurzen, aber ebenso lebendigen wie überzeugenden Vorstellung war NRW-Minister Pinkwart sichtlich angetan:
„Möglich wird ein so zukunftsträchtiges Projekt in dieser Größenordnung nur dann, wenn alle Akteure vor Ort Hand in Hand arbeiten. Diese Gemeinsamkeit in der StädteRegion ist wirklich beeindruckend und ein zentraler Erfolgsfaktor.“
Abschließend folgte dann die wohl für die gesamte StädteRegion wichtigste und erfreulicherweise sehr deutliche Aussage Pinkwarts:
„Für das innovative Konzept des Forschungsflugplatzes sprechen ganz überzeugende Gründe. Über die bestmögliche Unterstützung von Seiten der Landesregierung werde ich resortübergreifend auch mit meinen Kollegen aus anderen Ministerien reden. Ich werde das direkt angehen, um Ihnen möglichst bald eine positive Mitteilung machen zu können.“

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