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In Alsdorf heult nach fast 30 Jahren wieder die erste Sirene. StädteRegion Aachen investiert mehr als 3 Millionen Euro in den flächendeckenden Ausbau des Warnsystems.

StädteRegion Aachen. Um Punkt 11:00 Uhr haben sich heute wahrscheinlich viele Anwohner in Alsdorf-Mitte verwundert die Augen (und Ohren) gerieben. Auch wenn es nur ein knapp fünf Sekunden langer Testton war: Überhören ließ sich das Sirenengeheul nun wahrlich nicht. Und tatsächlich besiegelt der 10. Dezember mit diesem Probeton das Ende der fast 30-jährigen sirenenfreien Zeit in Alsdorf. Jürgen Kochs, der Leiter des Alsdorfer Ordnungsamtes erinnert sich: „Nach dem Ende des kalten Krieges hat der Bund das alte Sirenenwarnsystem in Deutschland aufgegeben. Ich war selbst als junger Ordnungsamtsmitarbeiter vor Ort, als die letzten Sirenen abmontiert worden sind.“ Als heute die erste von insgesamt 16 Sirenen, die neu in Alsdorf installiert werden, per Kran auf das Dach der Käthe-Kollwitz-Schule schwebte, schloss sich damit für Kochs kurz vor seiner Pensionierung ein Kreis.

Mehr als 3 Millionen Euro nimmt die StädteRegion Aachen in die Hand, um in den Altkreiskommunen wieder ein flächendeckendes Warnsystem aufzubauen. Das Land NRW hat sich mit rund 300.000 Euro daran beteiligt. Die Stadt Aachen hatte die Sirenen in den 90er Jahren nicht abgebaut, sondern auf eigene Kosten weiterbetrieben. „Wir reden hier über genau 152 Standorte von Sirenen, die wir seit dem vergangenen Jahr sukzessive in den neun Kommunen umsetzen“, berichtet der bei der StädteRegion Aachen für Katastrophenschutz zuständige Dezernent, Gregor Jansen. Seit Beginn der Ausbaumaßnahme im Jahr 2019 sind schon die Sirenen in Eschweiler (19) und Würselen (13) aufgestellt worden. Ab sofort kümmert sich die beauftragte Firma um die 16 Standorte in Alsdorf und deren 23 in Stolberg. Spätestens 2023 sollen dann sämtliche Sirenen einsatzbereit sein.
 
Laut Jansen gibt es bis heute für die erste Alarmierung der Bevölkerung keine bessere Alternative: „Trotz aller technischen Neuerungen schaut niemand rund um die Uhr und gerade auch in der Nacht auf sein Smartphone oder sitzt vor dem Radio. Nur durch eine überall zu hörende Sirene können wir binnen Sekunden alle Menschen vor einem Schadensfall warnen und dazu aufzufordern, sich über Rundfunk, Fernsehen, Warn-APPs oder Internet näher zu informieren.“

Manchmal steckt der Teufel aber auch bei dem Sirenenausbau im Detail: „Wir hätten gerne schon früher angefangen, aber die baustatischen Berechnungen waren dann doch umfangreicher als geplant, denn der Norden der StädteRegion Aachen liegt im Erdbebengebiet“, weiß Jansen zu berichten. Die Sirenentürme, die meist auf hohen Gebäudedächern, wie der Alsdorfer Käthe-Kollwitz-Schule, in Einzelfällen aber auch auf einen eigenen Mast installiert werden, sind damit aber jetzt nicht nur sturm- sondern auch erdbebensicher.
 
Eine weitere Aufgabe steht aber jetzt auch noch für alle Beteiligten an. Denn heute kennen nur noch die wenigsten die Bedeutung der Warntöne. „Wir gehen im nächsten Jahr dann den nächsten wichtigen Schritt und erstellen gemeinsam mit der Uni Berlin ein Konzept zur Information der Bevölkerung über die Warntöne und das richtige Verhalten bei einer Alarmierung.“

Jürgen Kochs hat bei der ersten echten Alarmierung per Sirene dann schon einen Vorteil: „Wir haben das in der Ausbildung beim Ordnungsamt mit als erstes – und unter der Sirene stehend - beim Probealarm gelernt. Ich glaube, das vergesse ich auch im Ruhestand nie mehr.“

Veröffentlicht am: 10.12.2020

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