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Von Ketchup-Flaschen und dem Impf-Turbo: Schon 157.000 Corona-Impfungen in der StädteRegion Aachen. Mehr als 90.000 Impfungen in den letzten 30 Tagen.

StädteRegion Aachen. Bei den Corona-Impfungen ist oft vom so genannten „Ketchup-Effekt“ die Rede gewesen. Erst schüttelt man die Flasche wild und trotzdem kommt nicht viel der roten Soße auf die Pommes. Und dann kommt plötzlich so viel, dass man vor lauter Ketchup den Teller nicht mehr sieht. Ganz vergleichbar ist das sicherlich nicht, denn laut dem Gesundheitsdezernenten der StädteRegion Aachen, Dr. Michael Ziemons und dem Leiter des Impfzentrums, Andreas Nowack, kann es gar nicht genug Ketchup – also Impfstoff – geben. „Aber jetzt kommt endlich alles ins Laufen, wir konnten gemeinsam den Impf-Turbo zünden“, wie Dr. Ziemons es ausdrückt. Konkret hat es mit Stand heute (21.04.2021) in der StädteRegion Aachen rund 157.000 Corona-Schutzimpfungen gegeben. Davon rund 120.000 Erst- und 37.000 Zweitimpfungen. Vor einem Monat sah es noch ganz anders aus, wie Andreas Nowack zu berichten weiß: „Am 22. März standen wir noch bei 46.000 Erst- und 20.000 Zweitimpfungen, also insgesamt bei rund 66.000. Wir haben im vergangenen Monat also mit über 90.000 weitaus mehr Menschen durch eine Impfung schützen können als in den drei ersten Monaten der Impfkampagne.“

Konkret macht das ein Plus von sage und schreibe 160 Prozent mehr Erstimpfungen binnen gerade einmal 30 Tagen aus. „Der Impfstoff kommt aktuell in wirklich spürbaren Mengen zu uns und nicht mehr in homöopathischen Dosen, wie zu Beginn des Jahres“, freut sich auch Michael Ziemons. Mehr als 90.000 insgesamt erfolgte Impfungen binnen Monatsfrist sprechen dann auch eine deutliche Sprache. „Seit einigen Wochen sind jetzt auch die Arztpraxen in die Impfungen einbezogen. Wir arbeiten in beiden Systemen Hand in Hand am gleichen Ziel und können gerade durch die vielen Praxen die Taktung der Impfungen noch weiter deutlich hochfahren. Also von uns die klare Aussage: Gebt uns noch mehr Impfstoff, wir bringen den gemeinsam mit den Ärzten vor Ort schnell und gezielt an die Frau oder den Mann.“

Einer dieser Männer ist Joachim Rettmann. Er ist heute als Kontaktperson für seine 83-jährige pflegebedürftige Mutter mit dem Moderna-Vakzin geimpft worden. „Meine Mutter hat schon ihre Impfung erhalten und nachdem ich jetzt auch geimpft bin, können wir beide in Kürze endlich durchatmen.“ Denn die Möglichkeit einer Covid-Erkrankung hat seit nunmehr über einem Jahr immer wie ein Damoklesschwert über ihnen geschwebt. Das Spektrum der Menschen, die heute im Impfzentrum ihre erste oder zweite Dosis erhalten, ist indes sehr breit. So finden sich viele Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, aber beispielsweise auch priorisierte Beschäftigte und werdende Väter als Kontaktpersonen von Schwangeren ebenso wie über 80-jährige in der gar nicht so langen Warteschlange. Der Ablauf im Impfzentrum wird von Rettmann – wie von vielen anderen Impflingen – gelobt: „Das hat alles wirklich gut funktioniert. Alle Mitarbeiter waren freundlich und größere Wartezeiten gab es nicht.“

Durchaus erstaunlich, wenn man bedenkt, dass alleine am heutigen Tag mehr als 2.700 Menschen hier ihre Impfung erhalten. Es ist zwischenzeitlich - auch das gehört dazu - nicht immer alles optimal gelaufen. Dr. Ziemons: „Wir hatten durch eine Fehleinstellung im Buchungssystem der Kassenärztlichen Vereinigung kurz nach Ostern massive Probleme, die auch zu langen Schlangen vor dem Impfzentrum geführt haben. Das konnten wir aber mit vereinten Kräften nach zwei Tagen in den Griff bekommen.“ Dazu wurden die Zeiten ausgeweitet und die Anmelde- und Impfkabinen nochmals deutlich aufgestockt. Auch muss nun niemand mehr vor der Halle bei Wind und Wetter warten. „Der Ablauf passt jetzt und wir konnten die täglichen Impfungen hier in der Eisspothalle auf einen Spitzenwert von 3.000 je Tag hochfahren. Lange Wartezeiten gibt es nicht mehr. Ansonsten überwiegen nach allem was ich höre auch bei den Bürgerinnen und Bürgern deutlich die positiven Reaktionen.“ Das spüren auch die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Impfzentrum, angefangen vom Parkplatzeinweiser über die Security, die Anmeldung bis hin zu den medizinischen Kräften und den Ärzten, die die Impfungen vornehmen.

Ebenfalls problematisch waren die Entwicklungen rund um den Impfstoff von AstraZeneca. „Es werden sicherlich nicht mehr viele Menschen in Deutschland mit diesem Vakzin geimpft, da es in der Altersgruppe unter 60 Jahren von der STIKO nicht uneingeschränkt empfohlen wird. Es ist aber angekündigt, dass viele von diesen dann bald fehlenden Dosen durch erhöhte Lieferungen der mRNA-Impfstoffe ausgeglichen werden. Wir gehen also aktuell nicht davon aus, dass die Impfkampagne dadurch ins Stocken gerät“, sagt Andreas Nowack. Ebenfalls optimistisch stimmt die aktuell erfolgte Freigabe des Vakzins von Johnson & Johnson durch die EU-Arzneimittelbehörde. „Jeder gute und zugelassene Impfstoff mehr beschleunigt unseren Weg hin zur Herdenimmunität und damit auch hin zu einem normaleren Leben“, bringt Ziemons es auf den Punkt.

Das würde dann allerdings auch mit einer Schließung des Impfzentrums einhergehen, das die beiden mit viel Herzblut ans Laufen gebracht haben: „Ganz klar: Wir freuen uns beide sehr, wenn wir das Impfzentrum schließen können, weil alle Menschen geimpft worden sind. Dann haben wir unser Ziel erreicht!“ Bis dahin gilt aber, um auf das Bild der Ketchup-Flasche zurückzukommen: So lange alles auf dem Teller landet und aufgegessen wird, kann in der StädteRegion ruhig weiter kräftig hinten auf die Flasche geklopft werden.

Veröffentlicht am 22.04.2021

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