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EMA-Wettbewerb 2016 - prämiertes Projekt

Die Tänzerin und Choreografin Irene Kalbusch hat ihre Compagnie Irene K. bereits 1977 in Eupen gegründet und ist auch in der Städteregion aktiv. Zusätzlich zu Bühnengastspielen und Unterricht kreiert die Compagnie regelmäßig Auftritte im öffentlichen Raum. „Die Besonderheit der Orte und der jeweiligen Architektur werden von den Tänzern aufgegriffen und ausgeschöpft, es entstehen immer wieder neue, flüchtige Bilder“, erklärt Irene Kalbusch dazu. Diesen Grundgedanken hat sie für das EMA-Konzept weitergesponnen: Statt dem öffentlichen Raum bezieht die geplante zeitgenössische Performance sich allerdings auf ein Unternehmen, konkret ein Taschengeschäft. Das Handelsgut, das dort vertrieben wird, wird zum Teil der Kunst: Die Tasche ist Ausgangspunkt und roter Faden einer besonderen Art von Tanztheater. „Sie ist ein steter Wegbegleiter, in allen Umständen. Folglich enthält sie viele Lebensgeschichten. Die Idee ist es, diesen Taschen die persönlichen Geschichten zu entlocken und darauf Choreografien zu entwickeln,“ erklärt Irene Kalbusch. Die geplanten Workshops richten sich explizit an Senioren und Seniorinnen, denn auch die Bedeutung von Bewegung allgemein und Tanz im Speziellen im Alter soll mit dem Projekt gestärkt werden. Die Teilnehmenden werden mit Tanz und Performance in Berührung gebracht und daraufhin zu den Akteuren. „Indem der Teilnehmer eine physische und intellektuelle Mobilität (wieder)gewinnt“, nutze dieses „kreative Körpertraining“ auch den Laien, die sich zu Darstellern entwickeln. „Seinen Körper im Griff zu haben heißt, ihn besser kennenlernen, Vertrauen haben, sein Selbstwertgefühl stärken“, bringt sie die Vorteile für die Teilnehmer auf den Punkt. Sieben ältere Menschen haben sich dazu bereiterklärt, sich auf dieses Experiment einzulassen. Sie erarbeiten in Workshops unter fachkundiger Anleitung in rund 20 Trainingsstunden eine Geschichte, die sie wortlos, also nur unter Einsatz von Körper und Requisiten in der Abschlusspräsentation erzählen möchten. Im Zentrum dieser Geschichte steht die erwähnte Tasche. „In ihrer Zweckmäßigkeit, ihren verschiedenen Formen, Farben, Materialien ist die Tasche das Accessoire par excellence“, erklärt Irene Kalbusch. Das funktioniert sehr gut, wie das Compagnie-Irene-K-Team zu berichten weiß: Die Teilnehmer seien anfangs etwas scheu gewesen, aber hoch motiviert und voller Neugier an die sich bietenden Ausdrucksformen herangegangen. Momente des Austausches seien entstanden, „und die Tasche wird Quelle der Inspiration“. Wie die Präsenz dieses Alltagsgegenstands sich mit der Präsenz der Akteure verbindet und damit dann den Wert der Taschen hebt, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Produkte lenkt und somit vielleicht auch das Kaufverhalten der Kunden vor Ort, die zu Zuschauern werden, beeinflusst, wird sich zeigen.

 

Kontakt

Kultur
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52070 Aachen

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