Infektiöse bovine Rhinotracheitis (IBR) – Infektion mit dem infektiösen bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1)

 

Seit dem 12.06.2017 gilt Deutschland neben Dänemark, Österreich, Finnland, Schweden, Norwegen, der Schweiz, der Insel Jersey im Vereinigten Königreich, sowie der Autonomen Provinz Bozen und der Region Aostatal in Italien als „BHV1-freie Region“.

Damit gehört auch die StädteRegion Aachen zu den BHV1-freien Regionen, was den Handel mit Rindern in andere BHV1-freie Regionen erleichtert und darüber hinaus die Rinderbestände hier durch erweiterte Anforderungen an das Verbringen (sog. zusätzliche Garantien nach der Entscheidung 2004/558/EG) besser vor BHV1-Neuinfektionen schützt.

Seit der Anerkennung des sogenannten „Artikel-10-Status“, also dem Status als BHV1-freie Region gemäß Artikel 10 der Richtlinie 64/432/EWG, müssen beim Verbringen von Rindern aus nicht anerkannt BHV1-freien Regionen in die StädteRegion ergänzenden Garantien für die infektiöse bovine Rhinotracheitis eingehalten werden.

Was müssen Rinderhalter und Viehhändler beachten:

  • Es darf keine Versendung von gegen BHV1 geimpften Rindern innerhalb Deutschlands sowie zwischen BHV1-freien Regionen in der EU erfolgen.
  • Die Untersuchungsverpflichtungen zur Aufrechterhaltung des Status gemäß der BHV1-Verordnung gelten weiterhin. Die Untersuchungsintervalle für Blut- und Milchproben müssen konsequent eingehalten werden, auch um eventuelle Neueinträge möglichst frühzeitig zu erkennen.
  • Beim Verbringen (nicht gegen BHV1 geimpfter Rinder) innerhalb Deutschlands entfällt die Notwendigkeit der BHV1-Bescheinigung. Dem Tierhalter ist es jedoch unbenommen, auch weiterhin beim Zukauf von Rindern eine aktuelle amtstierärztliche BHV1-Bescheinigung zu verlangen, um sich gegen eine Einschleppung von BHV1 in den eigenen Bestand abzusichern. Einen Antrag auf Ausstellung einer BHV1-Freiheitsbescheinigung finden Sie rechts im Downloadbereich.
  • Beim innergemeinschaftlichen Verbringen von Rindern ist nach wie vor eine amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung notwendig.

Die nachfolgenden Bestimmungen gelten Für das Verbringen von Zucht- und Nutzrinder, die nicht aus BHV1-freien Regionen stammen sowie für Rinder, die eine BHV1-freie Region auch nur zeitweilig verlassen haben (z.B. für Auktionen oder Ausstellungen):

  • Es dürfen keine gegen BHV1-geimpften Tiere in die StädteRegion verbracht werden.
  • Im Herkunftsbetrieb dürfen in den letzten 12 Monaten keine klinischen oder pathologischen Anzeichen einer BHV1-Infektion aufgetreten sein.
  • Die zu verbringenden Tiere sind in den letzten 30 Tagen unmittelbar vor dem Verbringen in einer von der zuständigen Behörde genehmigten Isoliereinrichtung zu halten (Quarantäne).
  • Während der Isolierzeit dürfen bei keinem Tier klinische Anzeichen einer BHV1-Infektion auftreten.
  • Alle Tiere in der Isoliereinrichtung (Quarantäne) sind frühestens am 21. Tag nach dem Einstallen mit negativem Ergebnis serologisch auf Antikörper gegen das gesamte BHV1 (gB-negativ) zu untersuchen.
  • Die Tiere werden von einer Gesundheitsbescheinigung für den innergemeinschaftlichen Handel (TRACES-Zertifikat) begleitet, in der die Einhaltung dieser Bedingungen im Abschnitt C Nummer II. 3.3 ergänzt wurde. („Die Tiere erfüllen die zusätzlichen Garantien bezüglich infektiöser boviner Rhinotracheitis gemäß Artikel 3 Absatz 1 der Entscheidung 2004/558/EG der Kommission.“).
  • Zur Schlachtung bestimmte Rinder aus nicht anerkannt BHV1-freien Regionen sind direkt zum Bestimmungsschlachthof zu befördert, dass heißt die Tiere müssen ohne Abladung an einem anderen Ort als dem Bestimmungsschlachthof transportiert werden und dürfen nicht über eine Sammelstelle verbracht werden.

Bei weiteren Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen der StädteRegion Aachen gerne zur Verfügung.

Kontakt

Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen
Carlo-Schmid-Straße 4
52146 Würselen
Tel: +49 241 5198-0
Fax: +49 2405 95018

vetamt@staedteregion-aachen.de

Ansprechpartner/-innen

Frau Dr. Sarah Vosen
Tel: +49 241 5198-3938
Fax: +49 2405 95018
sarah.vosen@staedteregion-aachen.de