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Kulturrucksack NRW

 

Selbstmotiviert anpacken, um zu unterhalten
23 Projekte fördern Kinder und Jugendliche in ihrer musikalischen Entwicklung


Wenn bei den im Fernsehen so beliebten Casting-Shows junge Menschen ihr Können unter Beweis stellen und mit ihrer Stimme, ihrem musikalischen oder tänzerischen Talent für Erstaunen sorgen, glauben die meisten Zuschauer an Ausnahmen. Die vielen Lehrer und Künstler, die Jahr für Jahr in die Kulturrucksack-Projekte in der Städteregion Aachen eingebunden sind, glauben eher, dass nur wenige von vielen Talenten auf diese Weise sichtbar werden: Sie erleben regelmäßig, wie Kinder und Jugendliche ihre musikalischen Talente entdecken und auf spielerische Weise möglicherweise sogar eine neue Leidenschaft erleben. Die Stabstelle für Kultur der StädteRegion Aachen leitet die hiesige Maßnahme des vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Dachprojekts Kulturrucksack unter dem Leitmotto Music is fun. Dabei geht es zunächst darum, ein wahrhaftiges Interesse der Kinder und Jugendlichen dafür zu wecken, selbst aktiv Kultur zu schaffen. In diesem Rahmen wollen die Beteiligten Potenziale sichtbar machen, in erster Linie für die Schüler selbst. Sie sollen sich ihrer Fähigkeiten bewusst werden und ein Gespür dafür bekommen, welche Bandbreite an Möglichkeiten Kultur ihnen ganz persönlich bietet.

Der Kulturrucksack in der Städteregion setzt sich aus vielen, individuell gestaltbaren Einzelprojekten zusammen. Diese konzipieren Lehrer und Betreuer vor Ort in den Schulen und Einrichtungen, die Bedürfnissen ihrer Schützlinge stets im Blick, in vielen Fällen sogar Integration und Inklusion. Dem städteregionalen Leitmotto entsprechend liegt ein Schwerpunkt auf musikalischen Ansätzen verschiedener Art, von der Bühneninszenierung eines an aktuelle Fragestellungen angelehnten Musicals bis zu Kleingruppen-Workshops zu speziellen Themen wie Tontechnik oder DJ-Skills. Aber auch Projekte, die sich anderer darstellender oder bildender Kunstformen bedienen, gehen an den Start. So verschieden sie in ihrer Art sein mögen, haben die diesmal 23 Einzelprojekte einen gemeinsamen Nenner: Professionelle Kulturschaffende jeglicher Couleur gestalten als begleitende Projektpartner die Prozesse mit, unter ihnen zum Beispiel der Regisseur und Schauspieler Michael Witte, Musiker Martin Haller, der als Vorband von Eric Clapton Riesenpublikum begeisterte, Tänzerin und Choreographin Irene Kalbusch sowie Musiker und Produzent Warner Poland, der mit Nina Hagen, Paul van Dyck und Bela B. arbeitete.

Dass die Jugendlichen – und auch ihre Lehrer – so versierte Hilfe bekommen, haben sie zum einen dem starken Netzwerk der StädteRegion zu verdanken. Bei der Stabstelle laufen alle Fäden zusammen, und sie kann Projekte mit wertvollen Kontakten „versorgen“, die sie über Jahre hinweg im Kulturfestival X und im Kunst- und Kulturzentrum aufgebaut hat. Zum anderen glauben alle Beteiligten fest daran, mit dem Kulturrucksack dem Nachwuchs Gutes zu tun und Kulturschaffende von morgen auf den Weg zu bringen. Unabhängig von sozialem und nationalem Hintergrund bieten die Einzelprojekte auch in dieser sechsten Runde jedem Schüler die gleiche Chance: sich einbringen, Instrumente oder andere Möglichkeiten, kreative Ideen auszudrücken, unverbindlich und ohne Notendruck kennenlernen, das Zusammenspiel mit anderen erproben, seinen eigenen Platz in einer Gruppe finden, ohne in Hierarchien zu denken. „Weil in den meisten Projekten das buchstäbliche Zusammenspiel mehrerer zum Konzept gehört, lernen die Jugendlichen ganz nebenbei auch soft skills, die in Schule und Freizeit, sicher später zudem im Beruf von großem Nutzen sind: Geduld, Anpassungsfähigkeit, Verantwortung übernehmen, Aufgaben teilen und delegieren, Selbstmotivation, Zusammenhalt in der Gruppe. Neue Erfahrungen machen auf jeden Fall alle Teilnehmer. Einige nehmen sie aus der begrenzten Projektzeit mit und entwickeln daraus mehr, bleiben am künstlerischen Ball und spielen ihn bei entsprechender Befähigung sogar nach Schulabschluss in Form eines entsprechenden Studiums oder einer Ausbildung weiter. Andere werden sich zumindest dessen bewusst, dass hinter der Unterhaltung, die sie per Streaming-Dienst auf die Kopfhörer oder per Fernsehübertragung ins Wohnzimmer bekommen, ganz schön viel Arbeit steckt. Aber eben auch Spaß.


Die Fakten auf einen Blick:
Das von den Ministerien für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Dachprojekt Kulturrucksack findet seit dem Jahr 2012 in den städteregionalen Kommunen statt. Die im damals von der Stabstelle Kultur der StädteRegion Aachen entworfenen  und schließlich prämierten Konzept aufgezeigten Strukturen haben sich inzwischen verstetigt. Unter Federführung der Stabsstelle und dem Leitmotto Music is fun werden so nunmehr seit sechs Jahren regionale Jugendliche und Kinder in ihrer musikalischen Entwicklung gefördert. 23 Projekte an 18 Schulen und Einrichtungen in acht Kommunen der Städteregion nehmen im aktuellen Jahr teil, die meisten von ihnen zum wiederholten Mal. Der Kulturrucksack wird in den teilnehmenden Kommunen mit knapp 90.000€ gefördert.
Schulen, die am Kulturrucksack teilnehmen möchten, melden sich mit einem eigenen Konzept an. Sie können das Netzwerk der StädteRegion als Koordinator zudem nutzen, um professionelle Kooperationspartner zu finden. Die Stabstelle hilft gern bei individuellen Fragen weiter. Die Mitarbeiterin Jessica Cadenbach hat hier kürzlich die Aufgaben von Ute Schreiber übernommen. Telefon 0241/5198-2237. Weiterführende Informationen zu dem Landesprogramm auch unter: www.kulturrucksack.nrw.de

Die Teilnehmer 2017:

  • Aachen, Städt. Couven Gymnasium I: Auf der Suche nach dem perfekten Planeten (Bühneninszenierung)
  • Aachen, Städt. Couven Gymnasium II: Bewegte Bühne – Kinder in der Großstadt (Bühneninszenierung)
  • Aachen, Hauptschule Aretzstraße: Rap, Hip-Hop & Beat-Producing
  • Aachen, Inda-Gymnasium I: StringBand meets BigBand
  • Aachen, Inda-Gymnasium II. Tanz und Musik – eine Brücke zwischen Kulturen
  • Aachen, Maria-Montessori-Gesamtschule: Producing, Tontechnik, DJ
  • Aachen, Musikbunker als außerschulischer Lernort: offener Workshop Producing und DJing
  • Aachen, Städt. Gesamtschule Brand: Join the music (Hörspielproduktion)
  • Aachen, Viktor-Frankl-Schule: Schülerband meets Martin Haller
  • Aachen, Viktoriaschule, Joint he music! - Hörspielproduktion
  • Alsdorf, Gustav-Heinemann-Gesamtschule: Bandcoaching
  • Alsdorf, Realschule: Im Labyrinth der Träume (Musik-Tanz-Theater)
  • Baesweiler, Gymnasium: Fortführung des Streicherprojekts
  • Baesweiler, Jugendcafé: Schauspiel- und Theaterworkshop
  • Eschweiler, Waldschule Städt. Gesamtschule I: Mission MUSIC – Band- und Gesangscoaching
  • Eschweiler, Waldschule Städt. Gesamtschule II: Mission MUSIC – Tontechnik
  • Eschweiler, Waldschule Städt. Gesamtschule III: Hör_Genau_Hin (Hörspiel)
  • Herzogenrath, Städt. Gymnasium: Transformationen (Tanz – Musik – Bühnengestaltung/technik)
  • Monschau, GGS Imgenbroich-Konzen & KuK: Foto-Workshop-Fortführung
  • Stolberg, Realschule Mausbach I: Bläserband AG
  • Stolberg, Realschule Mausbach II: Big Band
  • Stolberg, Städt. Gesamtschule: Musik und Film – Neue Medien verstehen
  • Würselen, Heilig-Geist-Gymnasium: Happy New Ears & Eyes (Videoproduktion)

Kontakt

Kultur
Zollernstraße 10
52070 Aachen

Ansprechpartner/-innen

Frau Dr. Nina Mika-Helfmeier
Tel: +49 241 5198-2664
Fax: +49 241 5198-82664
nina.mika-helfmeier@staedteregion-aachen.de

Herr Jonas Pietsch
Tel: +49 241 5198-2126
Fax: +49 241 5198-82126
jonas.pietsch@staedteregion-aachen.de