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Niederländischer Untersuchungsrat empfiehlt Verbesserung von Krisenplänen und grenzüberschreitender Kommunikation. Städteregionsrat Etschenberg unterstützt die Forderung!

StädteRegion Aachen. Der niederländische Untersuchungsrat für Sicherheit (Onderzoeksraad voor Veiligheid) hat jetzt eine Studie zur "Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit" vorgestellt. Neben der Empfehlung, die Krisenpläne zu verbessern, fordert der Untersuchungsrat die Länder Belgien, Niederlande und Deutschland auf, vermehrt gemeinsame Übungen durchzuführen und für die Koordination der zu treffenden Maßnahmen und der Kommunikation untereinander Sorge zu tragen. Zudem ist der Rat der Auffassung, dass die zuständigen Behörden die Sorgen der Bevölkerung stärker in den Mittelpunkt rücken sollten und die Informationsversorgung für die Bürger verbessert werden muss.


 

„Die Studie spricht mir aus dem Herzen“, sagte Städteregionsrat Helmut Etschenberg nach einer ersten Inaugenscheinnahme der Ergebnisse. „Wir sind sehr froh, dass sich eine unabhängige Expertengruppe in den Niederlanden mit dem Thema befasst hat. Das zeigt, dass die von uns vorgetragene Sorge nunmehr auch von den Nachbarn ernst genommen wird. Es ist richtig, dass die nationalen Regelungen eines Staates an der Grenze enden. Wir haben deswegen auch schon in persönlichen Gesprächen die deutsche Bundesumweltministerin gebeten, die besondere Situation unserer Dreiländerregion zu berücksichtigen und die nationalen Pläne dahingehend anzupassen und abzustimmen. Das muss dringend passieren – deshalb betrachte ich die Studie als neues belebendes Element für unsere Diskussion“, so Etschenberg.

Da derartige Prozesse sehr lange dauern können und die StädteRegion Aachen bis dato keine adäquate Reaktion erfahren hat, will sie auch künftig konsequent zusammen mit den Nachbarn die bestehenden Kooperationen fortentwickeln. „Die Weiterentwicklung sehe ich in der sogenannten EMRIC-Zusammenarbeit. Darin ist es uns gelungen, gute operationelle Absprachen für grenzüberschreitende Hilfe bei Katastrophen und Großschadensereignissen zu treffen“, erklärte Etschenberg. EMRIC steht für den Niederländischen Namen Euregio Maas-Rijn Incidentenbestijding en Crisisbeheersing (Euregio Maas-Rhein Einsatz- und Krisenbewältigung). EMRIC ist ein einzigartiger Zusammenarbeitsverband von Behörden, die für die Sicherheit in den Bereichen Brandschutz, technische Hilfeleistung und Rettungsdienst in ihrem Bereich zuständig sind. Neben den sechs Partnern (Feuerwehr Stadt Aachen, Ordnungsämter des Kreises Heinsberg und der StädteRegion Aachen, die Provinz Limburg in Belgien und die Veiligheidsregio Zuid-Limburg in den Niederlanden, arbeiten noch rund 30 Dienste und Behörden mit dem EMRIC-Verband zusammen.
 
In Sachen „Informationsbedürfnis“ weist der Städteregionsrat auf eine Broschüre, die die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg sowie Stadt und StädteRegion Aachen vor etwa einem Jahr herausgegeben haben. „Mit dieser Broschüre wollen wir für die Menschen in unserer Region Informationen bereitstellen, die auf den Schutz der Bevölkerung im Falle eines schweren Ereignisses im Kernkraftwerk Tihange (B) ausgerichtet sind. Die wichtigsten Informationen findet man zudem als gleichnamigen Infofilm auf der Internetseite der StädteRegion Aachen in deutscher, englischer und türkischer sowie in Gebärdensprache. Dieses Material stellen wird den Nachbarn gerne zur Verfügung.“

Die Untersuchung war nicht auf die Frage ausgerichtet, ob Atomkraftwerke sicher sind, sondern darauf, in welcher Weise die Niederlande mit ihren Nachbarländern zusammenarbeiten, wenn es um Atomkraftunfälle geht. Ursache waren Zwischenfälle in den Atomkraftwerken Doel und Tihange, die zu Unruhe in der Bevölkerung geführt hatten.

Etschenberg´s Fazit: „Die Studie lädt nach unserer Lesart dazu ein, die Sichtweisen und alltäglichen Verhaltensweisen der Nachbarn besser kennenzulernen, uns intensiver auszutauschen und noch gründlicher auf einen Ernstfall vorzubereiten. Diese Einladung nehmen wir gerne an.“

Der vollständige Untersuchungsbericht ist auf der Webseite des Untersuchungsrates zu finden: www.onderzoeksraad.nl

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