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Hier erfahren Sie Einzelheiten zu den Ereignissen der Jahre 1945-1971

1945-1971

•    Der erste Dienstsitz des Landrates nach dem Krieg wurde am Markplatz 6-8 in Brand eingerichtet und bestand aus 2 Zimmern. Von den Beschäftigten, die vor der Besetzung für die Kreisverwaltung gearbeitet hatten stand dem Landrat Ende 1944 niemand zur Verfügung.

•    Am 5. September 1945 wurde Landrat Sträter seines Amtes enthoben, da er während des 2. Weltkrieges im Polizeidienst beschäftigt gewesen sei und Aufgaben der Reichsverteidigung wahrgenommen habe. Später wird er durch die Entnazifizierungsbehörde in die Gruppe der „Nichtbetroffenen“ eingestuft.

•    Winand Ungermann löste am 5. September Landrat Hermann Sträter ab.

•    Landrat Ungermann nutzte seine Kontakte nach Hünfeld in Hessen um Lebensmitteltransporte zu organisieren. Die britische Besatzungsmacht wies am 10. Oktober 1945 den Landrat an, die Bildung einer Kreisvertretung vorzubereiten. Die Wiederdemokratisierung auf kommunaler Ebene begann.

•    Am 01. März 1946 ernannte die Militärregierung Johannes Ernst zum neuen Landrat.

•    Neben dem Landrat ernannte die Militärregierung 57 ihr vorgeschlagene Personen zu Mitgliedern des neuen Kreistages. Der Kreistag setzte sich politisch entsprechend den letzten freien Wahlen vor 1933 zusammen. Dieser ernannte Kreistag bestätigte am 20. März Landrat Ernst und beschloss am 26. April 1946 eine Satzung, die entsprechend den demokratischen Vorstellungen der Militärregierung neben Landrat und Kreistag als drittes Organ den Oberkreisdirektor als Leiter der Verwaltung einführte. Ebenfalls am 26. April 1946 wählte der Kreistag Dr. Christian Wilhelm Berling zum ersten Oberkreisdirektor.

•    Das bisherige Amt des Landrates hatte sich mit Einführung der „Zweigleisigkeit“ grundlegend verändert. Die preußische Tradition, wonach Vorsitzender des Kreistages und Verwaltungschef in der Person des Landrates vereinigt waren, war beendet.  

•    Bis Frühjahr 1945 gelang es, das gesamte Rohrnetz wieder unter Druck zu nehmen und den überwiegenden Teil der Orte im Landkreis mit Trinkwasser zu versorgen. 1946 gelang es alle ehemaligen Stromabnehmer wieder an das Netz anzuschließen.

•    Die Kreissparkasse, deren Barschaft von 1,5 Mio RM zwei Mitarbeiter gerettet hatten, konnte am 2. Juli 1945 die Schalter am Elisenbrunnen wieder eröffnen.

•    1948 begann eine Konsolidierungsphase in der Kreisverwaltung. Am 28. Januar 1949 wurden die bisherigen Sonderbehörden Veterinär-, Kataster-, und Straßenverkehrsverwaltungen in die Kreisverwaltung eingegliedert und erste Initiativen im Städtebau, in der Versorgungswirtschaft und auf kulturellem Gebiet wurden seitens des Landkreises gestartet.

•    Am 26. November 1948 beschloss der Hauptausschuss ein Neuordnungsamt (ab 1960 Planungsamt) einzurichten, das in der Folgezeit für die meisten kreisangehörigen Städte- und Gemeinden Bauleitpläne anfertigte um die im Neubeginn liegende Chance einer systematischen Siedlungsentwicklung zu nutzen. Durch Gesetz vom 21. November 1949 wurde die Amtszeit des Landrates auf ein Jahr festgelegt, somit erfolgte im Dezember eine Neuwahl.

•    Die Kulturpolitik des Kreises beschränkte sich aus verschiedenen Gründen auf einige Kernthemen, dazu gehörten seit 1951 die Unterhaltung eines kleinen Theaters, die Pflege denkmalwerter Bauten sowie die Förderung des Männergesangs. Das „kleine Theater“ war das bis 1951 privatgeführte Aachener „Theater im Zimmer“, das der Landkreis 1951 gemeinsam mit einigen Industrieunternehmen übernahm und zu einer „Kreiswanderbühne“ weiterentwickelte. 1962 wurde das Theater in Grenzlandtheater umbenannt, bis 1966 sicherte sich der Landkreis alle Anteile.

•    1951 wurde die Gemeinnützige Wohnungsbau-Gesellschaft des Landkreises Aachen GmbH gegründet, der alle kreisangehörigen Städte- und Gemeinden außer der Gemeinde Merkstein angehörten.

•    1951 verlangte die Stadt Aachen nach Eingemeindungen einzelner eigenständiger Randgemeinden des Landkreises wie beispielsweise der Gemeinde Laurensberg. Die Stadt erklärte, dass sie die militärischen Übungsplätze, Schrebergärten sowie Mülldeponien ins Kreisgebiet verlegen müsste, wenn nicht ihr Gebiet durch Eingemeindungen erweitert würde. Der Kreistag trat den Eingemeindungsbekundungen der Stadt in seiner Sitzung vom 31. Juli 1951 entschieden entgegen.

•    Nach dem Inkrafttreten der neuen 1953 Landkreisordnung setzte der Landkreis Aachen seine erfolgreichen Tätigkeiten entschlossen fort.  Wichtiger Schwerpunkt in den Folgejahren war die Errichtung von neuen Schulgebäuden sowie einiger Nebenstellen des Kreisgesundheitsamtes. 1955 wurde zunächst ein Realschulzweckverband gemeinsam mit den Städten Stolberg und Eschweiler gegründet, dem sich später auch die Städte Alsdorf und Würselen anschlossen, auch beteiligte sich der Landkreis am Aufbau einer Abendrealschule in Aachen.

•    1955 begann der Bau des neuen Kreishauses an historischer Stelle. Zuvor hatte die Kreistagsmehrheit für das Festhalten am Standort Aachen plädiert und ein Angebot der Stadt Stolberg abgelehnt, die ein Grundstück kostenlos zur Verfügung zu stellen wollte.

•    Am 18. Dezember 1958 fasste der Kreistag einen weitreichenden Entschluss. Auf einem Gelände, das bereits um die Jahrhundertwende in Würselen angekauft worden war, sollte ein Kreiskrankenhaus mit 420 Betten entstehen. Im April 1967 konnte schließlich mit der Inbetriebnahme begonnen werden.

•    Nachdem in der Zeit vom 1. Juni 1955 bis 20. Dezember 1960 die bereits 1936 begonnene Autobahn von Köln nach Aachen in mehreren Teilabschnitten fertiggestellt worden war, konnte 1962 mit dem Bau des Aachener Autobahnkreuzes begonnen werden und damit der Startschuss für die Belgienlinie gegeben werden. 1967 wurde auch mit dem Bau der Hollandlinie begonnen.
 
•    1965 beauftragte der Kreis den Direktor des Instituts für Städtebau und Landesplanung an der RWTH Aachen, Prof. Erich Kühn, mit der Ausarbeitung eines Kreisentwicklungsplans, der 1969 als „Gesamtplanung des Landkreises“ fertiggestellt wurde.

•    Im Januar 1969 wurde die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbh gegründet, an der sich nahezu alle kreisangehörigen Kommunen beteiligten und die den Strukturwandel wirksam begleiten sollte. 

•    1966 konnte der Landkreis Aachen, gemeinsam mit den anderen Landkreisen der ehemaligen Rheinprovinz, auf sein 150jähriges Bestehen zurückblicken und brachte eine umfangreiche Jubiläumsschrift heraus. 

•    Ende der 60er Jahre, im Hinblick auf die bevorstehende kommunale Neugliederung, wurden die Initiativen des Kreises weiter verstärkt eine wirksame Großraumpolitik im Aachener Raum zu verwirklichen. Die Behördenleitung hielt das Mittel der Eingemeindungen, für das die Stadt Aachen eintrat, nicht für wirksam die zukünftigen Aufgaben in der Aachener Region bestmöglich zu meistern.
 

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