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Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens fordert Abschaltung von Tihange 2 und Doel 3. Städteregionsrat Etschenberg dankt dem Ministerpräsidenten und den Abgeordneten für die eindeutige Resolution!

StädteRegion Aachen. Das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Belgiens fordert „die unverzügliche Schließung von Tihange 2 und Doel 3, da die 100-prozentige Sicherheit der Reaktorbehälter sowie der Anlagen auch aus Sicht der belgischen Politiker nicht gewährleistet ist“. In der einstimmig angenommenen Resolution „fordert das Parlament, die Regierungen und Parlamente des Föderalstaates, der Wallonischen Region, der Region Brüssel-Hauptstadt, der Flämischen Gemeinschaft und der Französischen Gemeinschaft von der Position der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Kenntnis zu setzen und sie zu überzeugen“. Städteregionsrat Helmut Etschenberg ist sehr froh über die eindeutige Haltung der belgischen Nachbarn. „Die zentralen Inhalte der Resolution stimmen exakt mit unseren Forderungen überein“, betont Etschenberg. „Ich bin dem Ministerpräsidenten Oliver Paasch und den Abgeordneten des Parlaments sehr dankbar für diese eindeutige Positionierung.
Auch in der StädteRegion Aachen stehen alle Fraktionen Seite an Seite mit dem Städteregionsrat. Die einstimmigen Entscheidungen auf beiden Seiten der Grenze zeigen einmal mehr, dass es hier nicht um politisches Kalkül, sondern um Menschenleben geht. „Die Bürger der DG wären genauso stark von den Auswirkungen eines Super-Gaus betroffen wie wir“, sagt Etschenberg mit Blick auf die Ergebnisse der Studie des Instituts für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien. Die Studie zeigt, dass die Aachener Region mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent von einem radioaktiven Niederschlag betroffen wäre, der in Tschernobyl zur Umsiedelung führte. Bei ungünstiger Wetterlage wären die Auswirkungen sogar mit den Städten innerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone von Fukushima vergleichbar.

Die Expertenmeinungen, ob die von tausenden Rissen durchzogenen Reaktordruckbehälter auch unter Unfallbedingungen sicher sind und ein Versagen derselben ausgeschlossen werden kann, gehen auseinander. Die deutsche Reaktorsicherheitskommission hat jedenfalls Zweifel daran, dass die für den Betrieb der Anlage geforderten und in den Nachweisen ausgewiesenen Sicherheitsreserven tatsächlich vorhanden sind. Dieser Auffassung schließt sich das Parlament der DG jetzt an. Sie ist neben der Französischen und der Flämischen eine der drei Gemeinschaften des Königreichs Belgien. Zur DG gehören neun Gemeinden im Osten Belgiens.

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