„Wiederum, aus fernen Landen heimgekehrt, staune ich im Angesicht der Heimat. Von der Höhe der Haag schaue ich freudetrunken ins Tal. Ja, das ist sie noch immer, die alte schöne Heimat.“ Mit diesen Worten ehrlicher Ergriffenheit beschreibt der bekannte Monschauer Heimatdichter Ludwig Mathar 1927 seine über alles geschätzte Vaterstadt. Das ist heute kaum anders!

Monschau

Wer den Blick über die Nordeifel schweifen lässt, hält sich fest an Fachwerk, Schiefer, Trockenmauern und engen Gassen in Monschau, an sich im Wind wiegenden Baumreihen in der Landschaft, ausgedehnten Wäldern und kargen Venn-Hochflächen. Der unverwechselbare Charakter der Eifel wird im Monschauer Land auf Schritt und Tritt sichtbar und erschließt sich dem Betrachterim Wechsel der Jahreszeiten als perfekt von der Natur inszeniertes Schauspiel. Glücklich, wer auf dem Lande lebt! Die offene Landschaft der Nordeifel wird gegliedert durch ein rund 400 Kilometer langes Heckennetz; mindestens so viel Eindruck aber hinterlassen die über 500 Hausschutzhecken im Stadtgebiet Monschau, die alte und neue Häuser wie grüne Wände sorgsam umschließen. Besonders stattlichen Exemplaren ist unter anderem zu verdanken, dass Höfen zum Bundesgolddorf erhoben worden ist. Die Narzissenwiesen im Perlen- und Fuhrtsbachtal liegen hier praktisch vor der Haustür. Der Steling bei Mützenich erhebt sich aus der Mittelgebirgslandschaft mit 658 Metern als höchster Punkt in der StädteRegion Aachen.

Das Kloster Gut Reichenstein wird überragt vom 100 Jahre alten Eifeldom in Kalterherberg. Am Beispiel der 800 Jahre alten Burg Monschau lässt sich der Anspruch der Stadt, Kunst, Kultur und Natur als Erfolgsmodell zu kombinieren, erstklassig nachvollziehen. Hier finden seit dem Jahr 2000 im Sommer die Festspiele im Innenhof der Burg statt. Im Tal liegt nicht minder erhaben und aufragend das Rote Haus, dessen Erbauer, der Tuchfabrikant Johann Heinrich Scheibler, Mitte des 18. Jahrhunderts rund 6.000 Menschen beschäftigte. Das absolut kalkfreie Wasser der Rur war der Garant für den Aufschwung der Tuchindustrie. Zahlreiche Kunstausstellungen, aber auch so manche provokante Straßenaktion steigerten Monschaus Bedeutung als Kulturstadt, und heute erfüllt es jeden Monschauer mit Stolz, dass es kein geringerer als der berühmte Projektkünstler Christo war, der im Jahr 1971 Haller und Burg mit Polypropylen-Folie verhüllte.

Ein Glücksfall für die Region und Monschau war im Jahr 2004 die Einrichtung des Nationalparks Eifel, denn so fügte es sich, dass Monschau nun die Mitte zwischen zwei herausragenden Schutzgebieten bildet. Zur belgischen Grenze öffnet sich das Hohe Venn, bereits 1957 als Naturschutzgebiet von europäischem Rang ausgewiesen. Tausende Menschen schieben sich heute an schönen Tagen durch den historischen Stadtkern, aber ein Museumsstädtchen möchte Monschau nicht werden. Das wäre unter Wert. Und hier schließt sich der Kreis wieder zu Ludwig Mathar, der seiner Stadt zu Recht ein literarisches Denkmal setzte: „Dann bekommt man wahrhaftig eine gewaltige Sehnsucht, ein Herzklopfen, einen, Heißhunger, einen Mordsappetit, in diese Ansammlung so vieler Herrlichkeiten hinunterzutauchen.“

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