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StädteRegion Aachen. Das Jahr 2026 läutet das Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen mit einem der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts ein. Robert Capa hat die Berichterstattung revolutioniert und beeinflusst bis heute unseren Blick auf Bilder. Die in Kooperation mit Magnum Photos entstandene Ausstellung präsentiert darum nicht nur Fotografien, sondern stellt diesen zahlreiche Zeitzeugnisse und Reproduktionen aus bedeutenden Magazinen zur Seite. Originale und Reproduktionen von Bildstrecken, die beispielsweise in Life, Picture Post oder Time erschienen, legen den bedeutenden Einfluss Capas auf den modernen Bildjournalismus offen. Ein Teil der Exponate wird zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser Ausstellung einmal mehr einen so bedeutenden Fotografen in Monschau zeigen können. Die Schau ist der perfekte Auftakt für ein besonderes Jubiläum, denn 2026 wird das Fotografie-Forum, bzw. das ehemalige Kunst- und Kulturzentrum, 25 Jahre alt“, sagt Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier. Die Leiterin und Kuratorin des Fotografie-Forums, Dr. Nina Mika-Helfmeier ordnet ein: „Capas beruflicher Aufstieg fällt in die 1930er Jahre, die große Blütezeit des Fotojournalismus. Seine journalistische Haltung zeichnet sich dabei durch eine besondere Nähe zur Realität, Authentizität sowie Engagement aus, oder wie er selbst zu sagen pflegte: ‚Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“
Robert Capa, dessen bürgerlicher Name Endre Ernő Friedmann lautete, wurde als Sohn einer jüdischen Familie in Budapest geboren. Seine bewegte fotografische Karriere begann ab 1931 in Berlin, wo er für die Agentur „Dephot“ arbeitete. Einer seiner ersten großen Aufträge wird in Monschau gezeigt: die Dokumentation einer Rede des russischen Revolutionärs Leo Trotzki in Kopenhagen. Schon hier zeigte sich Capas einzigartiges Talent und sein Mut: Obwohl Fotografen die Teilnahme untersagt war, schaffte er es mit einer kleinen Leica dennoch, die Veranstaltung zu fotografieren.
Mit Erstarken des Nationalsozialismus floh Capa 1933 nach Paris, wo er ab 1935 die Kundgebungen und Märsche der Front Populaire für die Presse festhielt. Die dynamischen Aufnahmen mit ungewöhnlichen Perspektiven vermitteln den Betrachtenden das Gefühl, Teil des Geschehens zu sein. Eben diese Anteilnahme und unmittelbare Beteiligung sollte Capas Schaffen so berühmt machen.
Mit Beginn des Spanischen Bürgerkriegs 1936 reiste Robert Capa mehrfach nach Spanien. Die Bilder aus jener Zeit sind heute weltberühmt und wurden bereits damals von den veröffentlichenden Zeitungen als „grandios“ beschrieben. Das Capa sich stets der humanistischen Fotografie verpflichtet sah, zeigt sich u.a. in seinen Briefen aus jener Zeit in denen er schrieb: „Die Frauen bleiben zurück, doch der Tod, der heimtückische Tod aus der Luft, holt sie ein.“
Mehrere Bildstrecken zeigen Capas Wirken während des Zweiten Weltkriegs. Er hielt die Auswirkungen und Schrecken des Krieges in England (1941), Tunesien (1943) sowie in Italien (1943) fest. Hier war Capa erstmalig bei Gefechten dabei und brachte mit seinen unmittelbaren Aufnahmen den Krieg in die Wohnzimmer der Zeitungsleserinnen und -leser. Als einer von wenigen Berichterstattern begleitete er am 6. Juni 1944 das US-Militär bei der Landung in der Normandie. Die Fotos des sogenannten D-Days gingen wie wenig andere in das kulturelle Gedächtnis ein.
Neben Aufnahmen aus den 1940er Jahren, die nach Kriegsende in Frankreich, Deutschland, Israel aber auch der damaligen Sowjetunion entstanden sind, widmet sich ein Ausstellungskapitel Capas letztem fotografischen Auftrag in Vietnam. Während er eine französische Mission zur Evakuierung und Zerstörung zweier Forts begleitete, trat Capa auf eine Antipersonenmine und wurde getötet. Sein letztes Foto, das an der Straße zwischen Nam Dinh und Thai Binh entstand, ist in der Ausstellung ebenfalls präsentiert.
Dass Capa nicht nur Kriegsfotograf war, zeigt ein kleiner Exkurs innerhalb der Präsentation, der sich seinen Porträtfotografien widmet. Ernest Hemingway sowie Pablo Picasso zählten zu engen Freunden Capas. Mit Ingrid Bergman verband ihn sogar eine Liebesbeziehung. Die zum Teil intimen Aufnahmen zeigen Capas meisterhaftes Talent, stets den Menschen in den Mittelpunkt seiner Bilder zu stellen und sich die Welt mit einem empathischen Blick zu erschließen.
Info zur Ausstellung:
„Robert Capa. Der visuelle Journalist“
8. Februar bis 3. Mai 2026
Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen
Austraße 9, 52156 Monschau
info@kuk-monschau.de | Tel. +49 (0)2472-803194
Öffnungszeiten:
Di-Fr von 14.00 – 17.00 Uhr
Sa & So von 11.00 – 17.00 Uhr
Mo geschlossen
Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungen:
08. Februar 2026 | 12 Uhr
Vernissage
Bürgersaal, Austraße 7 in Monschau
Grußwort: Dr. Tim Grüttemeier (Städteregionsrat) & Andréa Holzherr (Global Exhibitions Director Magnum Photos, Paris)
Einführung: Dr. Nina Mika-Helfmeier (Kuratorin Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen)
21. März 2026 | 11-16 Uhr
Workshop „Bildreportage – Geschichten in Bildern erzählen“ für Kinder und Jugendliche zwischen 10-14 Jahren
14. April 2026 | 17 Uhr
Telefonführung im Rahmen von „Bei Anruf Kultur“
25. April 2026 | 11-16 Uhr
Workshop „Texturen“ für Kinder und Jugendliche zwischen 10-14 Jahren im Rahmen der Mon-Textil-Schau