Bodenrichtwerte für die StädteRegion Aachen: Baulandpreise steigen weiter an. Einzige Ausnahme ist die Gemeinde Roetgen.

StädteRegion Aachen. Grundstücke haben sich im vergangenen Jahr in der StädteRegion weiter verteuert. Ausnahme ist die Gemeinde Roetgen mit einer Preiskorrektur. So lautet stark verkürzt das Ergebnis der jetzt vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte beschlossenen Bodenrichtwerte zum 01. Januar 2026 für das Gebiet der StädteRegion Aachen. Im Bereich der Hauptgeschäftslagen in der Aachener Innenstadt wurden nun ebenfalls wieder leichte Steigerungen festgestellt. Bodenrichtwerte sind Lagewerte: Sie geben an, wieviel der Grund und Boden in einer vergleichbaren Zone durchschnittlich in Euro je Quadratmeter wert ist. Dabei wird auch nach der jeweiligen Nutzung unterschieden, also zum Beispiel als Wohnbauland, Gewerbefläche oder landwirtschaftliche Fläche. Rund 630 in der StädteRegion für das Jahr 2025 erfasste Kaufverträge bilden die Grundlage für die aktuellen Bodenrichtwerte – ein leichter Anstieg zum Vorjahresniveau.

Wohngrundstücke 
In der Stadt Aachen sind die Bodenrichtwerte für individuellen Wohnungsbau im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 2 Prozent gestiegen. Insbesondere in den bevorzugten Wohnlagen im Aachener Südviertel hat der Gutachterausschuss einen klaren Anstieg festgestellt. Hier kam es zu einer Steigerung der Bodenrichtwerte um mehr als 7 Prozent auf nun 1.000 Euro und mehr je Quadratmeter.
In den Südkreiskommunen Monschau und Simmerath zahlte man 2025 rund 5 Prozent mehr, während sich der Anstieg in der Gemeinde Roetgen nicht weiter fortgesetzt hat. Der Grundstücksmarkt war hier so überhitzt, dass es 2025 zu einer Korrektur um mehr als 7 Prozent nach unten gekommen ist.
Im Nordkreis hat der Gutachterausschuss durchweg Preissteigerungen von 5 bis 10 Prozent (z. B. in Baesweiler) festgestellt. 
Insgesamt gibt es innerhalb der StädteRegion weiterhin ein großes Gefälle bei den Preisen für Baugrundstücke. So liegen die Werte in Monschau und Simmerath trotz der Steigerungen weiterhin deutlich unter denen der anderen Kommunen und den Randbereichen der Stadt Aachen. Am teuersten ist es in den ehemaligen Kreiskommunen nun im Stolberger Bereich „Breinig“ und in Würselen „Am Wisselsbach“ mit jeweils 440 Euro je Quadratmeter. Die Werte für gute bzw. mittlere Wohnlagen in den ehemaligen Kreiskommunen liegen durchschnittlich bei:

• Alsdorf 310/240 €/m²
• Baesweiler 330/260 €/m²
• Eschweiler 340/270 €/m²
• Herzogenrath 390/280 €/m²
• Monschau 135/90 €/m²
• Roetgen 320/310 €/m²
• Simmerath 175/120 €/m²
• Stolberg 380/260 €/m²
• Würselen 420/330 €/m²

In 2025 sind rund 200 unbebaute Wohnbaulandgrundstücke erfasst worden. Im Jahr zuvor waren es 170. Auf dem ersten Blick eine Steigerung, dennoch liegen die Verkäufe noch klar unter dem Niveau der verkaufsstarken Jahrgänge vor 2023. Der leichte Aufschwung lässt sich auch mit Blick auf Neubaugebiete erklären, deren Vermarktung begonnen oder intensiviert wurde. Neu waren 2025 die Gebiete in Baesweiler „Parkstraße II“, in Eschweiler „südlich Patternhof“ sowie in Stolberg der II. Bauabschnitt im Bereich der „Stadtrandsiedlung“ und der „Wohnpark an der Gressenicher Straße“ in Mausbach.

David Arzdorf, Vorsitzender des Gutachterausschusses, ordnet die Zahlen ein: „Nach den rückläufigen Preisen der letzten Jahre ist eine Trendwende auf dem Immobilienmarkt der StädteRegion Aachen erkennbar. Die Marktteilnehmer haben sich zunehmend an die weiterhin hohen Baukosten und Bauzinsen gewöhnt. Es zeigt sich jedoch, dass das Leben im eigenen Heim aufgrund dieser finanziellen Belastungen auch 2025 nicht für jeden Bauwilligen realisierbar ist. Es herrscht nach wie vor wegen fehlendem, günstigem Wohnraum und der weiter steigenden Wohnungsmieten großer Druck auf dem Markt. Dem kann auch nicht komplett mit den Neubaugebieten im ehemaligen Kreisgebiet und der daraus resultierenden höheren Anzahl der verkauften Baugrundstücke begegnet werden.“

Innerstädtische Lagen
In den innerstädtischen Hauptgeschäftslagen hat der Gutachterausschuss leicht steigende Entwicklungen festgestellt. Nach einer Stagnation wegen der Auswirkungen des Sommerhochwassers 2021 in den Innenstadtbereichen von Eschweiler und Stolberg ist dort eine leichte Erholung mit vorsichtig steigenden Werten festzustellen.
In der hochwertigsten Lage in der StädteRegion, der Aachener Krämerstraße, steigt der Bodenrichtwert moderat von 5.900 auf nun 6.000 Euro je Quadratmeter. Im Bereich der Fußgängerzone in der Adalbertstraße liegt der Bodenrichtwert unverändert bei 5.500 Euro, während der Wert für das Aquis Plaza von 3.200 auf 3.000 Euro je Quadratmeter sinkt. Die Kleinmarschierstraße konnte mit 9 Prozent den deutlichsten Zugewinn auf jetzt 1.850 Euro je Quadratmeter verzeichnen.
Die Bodenrichtwerte für innenstadtnahe Baulandflächen außerhalb des Alleenrings (gemischte Nutzung mit Wohnen und Gewerbe) sind zwischen 2 und 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Gründe hierfür liegen unter anderem in dem angespannten Wohnungsmarkt, der die Wohnungsmieten deutlich steigen lässt. So liegen die Kaufpreise im Frankenberger Viertel bei bis zu 1.050 und im Bereich Rütscher Str./Lousbergstr./Kupferstraße sogar bei 1.200 Euro je Quadratmeter.

Infos:
Die Bodenrichtwerte zum Stichtag 01.01.2026 können kostenlos über das amtliche Informationssystem der Gutachterausschüsse in Nordrhein-Westfalen BORIS.NRW.de abgerufen werden. 
Zudem wird der Gutachterausschuss bis Anfang April auf BORIS.NRW.de Immobilienrichtwerte zum Stichtag 01.01.2026 und den Grundstücksmarktbericht 2026 mit Informationen zu den Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt in der StädteRegion kostenlos veröffentlichen.

Fragen zum Immobilienmarkt in der Region beantwortet die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses zu den Servicezeiten der Städteregionsverwaltung unter der Hotline 0241 5198-2555.

Weitere Informationen und Produkte finden Sie auch im Internet unter 
https://www.gars.nrw/staedteregion-aachen 
 

Ansprechpartner/-innen

Herr David Arzdorf Tel: +49 241 5198-6210
Fax: +49 241 5198-80621