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„Demokratie fängt an, wenn wir miteinander sprechen: in der Familie, mit Freundinnen und Freunden, in der Schule. Wir sind verschieden und haben verschiedene Meinungen. Aber wir sind alle Menschen! Unser Leben ist kurz. Zu kurz um zu streiten, zu kurz für Hass und Gewalt.“ Das ist eine der Botschaften von Maria Kalesnikava (Karlspreisträgerin 2022). Sie war am 12. Mai 2026 bei einer Veranstaltung zu Gast, zu der das Bildungsbüro der StädteRegion Aachen gemeinsam mit der Stiftung Internationaler Karlspreis eingeladen. Kooperationspartner war die Waldschule Eschweiler. Kalesnikava sprach mit Jugendlichen über Freiheit, Menschenrechte, Verantwortung und Demokratie. Und darüber, warum Kunst und Kultur wichtig sind, um demokratische Werte zu stärken.
Kalesnikava stand 2020 zusammen mit Veronica Tsepkalo und Swetlana Tichanowskaja an der Spitze des demokratischen Aufbruchs in Belarus. Nach der manipulierten Wahl wurde sie wegen ihres unbeugsamen Kampfes für Freiheit und Demokratie vom belarussischen Regime inhaftiert und in einem Schauprozess zu elf Jahren Haft verurteilt. Fünf Jahre verbrachte sie im Gefängnis, zum Teil in Isolation. Am 13. Dezember 2025 wurde Maria Kalesnikava – ebenso wie einige weitere politische Gefangene – aus der Haft entlassen. Mutig und beharrlich fordert sie nach wie vor ein Ende staatlicher Gewalt und Repression in Belarus und kämpft für andere politische Gefangene. Neben Themen wie Demokratie, Freiheit und Verantwortung sprach Maria Kalesnikava in Eschweiler auch drüber, wie wichtig Kunst und Kultur für eine Gesellschaft sind. Eindrücklich schilderte sie, wie die Liebe ihrer Familie sowie die Musik und Bücher ihr geholfen haben, in der Isolationshaft zu überleben: „Ich war nie eine Sekunde unfrei. In meinem Kopf war ich immer frei, auch hinter Gittern, hinter Mauern.“
Besondere Worte fand Maria Kalesnikava für alle Jugendlichen im Publikum: „Ich weiß, dass ihr die Kraft und die Phantasie habt, um alles zu ändern, was ihr ändern wollt. Ihr habt alles in euren Händen! Seid kritisch. Seid stark. Unterstützt euch gegenseitig. Dann seid ihr nie hoffnungslos. Liebe ist stärker als Angst!“ Mit zu einem Herz geformten Händen – einem der ikonischsten Symbole des friedlichen Protests gegen das Lukaschenko-Regime in Belarus - verabschiedete sie sich unter Standing Ovations.
Über 200 Gäste waren an die Waldschule in Eschweiler gekommen. Neben Schülerinnen und Schüler der Waldschule nahmen die Demokratie AG der Realschule Patternhof und Gruppen der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler sowie der niederländischen Partnerschule der Waldschule an der Veranstaltung teil. Auch interessierte Privatpersonen, das Kollegium der Waldschule und Eltern verfolgten die Diskussion. 75 Schülerinnen und Schüler der Waldschule und der niederländischen Partnerschule hatten zudem vorab an Workshops mit dem Titel „Demokratie und Verantwortung“ teilgenommen. Hier ging es um europäische und demokratische Werte. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das EU-Programm „Erasmus + Jugend“ und die Partnerschaften für Demokratie in der StädteRegion Aachen (Bundesprogramm „Demokratie leben!“).
Ansprechpartner/-innen
Frau Barbara van Rey
Tel: +49 241 5198-4309
barbara.vanrey@staedteregion-aachen.de