StädteRegion Aachen. Rund 240 Lehrkräfte aus dem Aachener Raum haben heute erfolgreich an einer groß angelegten Fortbildung zur Laienreanimation im Hangar des Forschungsflugplatzes Würselen-Aachen in Merzbrück teilgenommen. Ziel war es, Lehrerinnen und Lehrer praxisnah auf den Reanimationsunterricht ihrer Schülerinnen und Schüler vorzubereiten. Ab dem kommenden Schuljahr wird er in Klasse 7 bis 9 aller weiterführenden Schulen verpflichtend in NRW.
Die Veranstaltung, die in zwei Durchgängen am Vor- und Nachmittag stattfand, zählt zu den größten ihrer Art in der Region. Organisiert wurde die Fortbildung in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Köln, der ADAC Stiftung, der ADAC Luftrettung sowie dem Rhein-Maas-Klinikum.

Im Mittelpunkt der Schulung stand die Vermittlung lebensrettender Sofortmaßnahmen bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Jährlich sind in Deutschland mehr als 70.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses davon betroffen. Experten gehen davon aus, dass bis zu 10.000 Leben gerettet werden könnten, wenn schneller Erste Hilfe geleistet würde. Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier betonte dabei die besondere Bedeutung der Veranstaltung: „Reanimation ist keine theoretische Zusatzqualifikation, sondern die Fähigkeit, in einer Extremsituation richtig zu handeln. Nicht Perfektion rettet Leben – Handeln rettet Leben.“

Die teilnehmenden Lehrkräfte wurden intensiv praktisch geschult, um das erlernte Wissen künftig an ihre Schülerinnen und Schüler weiterzugeben. Jede weiterführende Schule in NRW erhält dazu zehn so genannte „Reanimationsphantome“, also Puppen, an denen man ganz praktisch die Herzdruckmassage üben kann. An genau diesen – sehr leicht bedienbaren Puppen - fand auch der praktische Übungsteil statt. „Man muss selber einmal acht Minuten lang mit 120 Mal Drücken je Minute eine solche Massage ausgeführt haben, um das auch selber schulen zu können. Es ist wirklich eine sehr anstrengende Tätigkeit, die aber ganz entscheidend sein kann, um Leben zu retten. Denn der Rettungsdient kann nicht sofort vor Ort sein. Ganz entscheidend ist die Arbeit der Ersthelferinnen und Ersthelfer,“ weiß der Leiter der Geschäftsstelle Laienreanimation bei der Bezirksregierung Köln, Elmar Kugel.

In den vergangenen 15 Jahren konnte die Quote der geschulten Laien, die eine Herzdruckmassage leisten können, in Deutschland von nur 14 auf mittlerweile immerhin 55 Prozent gesteigert werden. „Aber immer noch zu wenig, denn unsere Nachbarländer erreichen teils 80 Prozent. Jeder einzelne mehr kann helfen, Leben zu retten“, so Kugel.

Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle, um Unsicherheiten abzubauen und lebensrettende Maßnahmen in der Gesellschaft zu verankern. „Wenn wir es schaffen, dass Reanimation so selbstverständlich wird wie Schwimmen oder Radfahren, können wir viele Leben retten“, sagt Dr. Grüttemeier.

Dabei gilt übrigens immer der Dreiklang „Prüfen – Rufen – Drücken“. Konkret also erst prüfen, ob ein Herz-Kreislauf-Stillstand vorliegt, dann mit dem Handy direkt die 112 rufen und auf Lautsprecher stellen und während des Notrufs direkt schon mit der Herzmassage anfangen. Ein Dreiklang, den auch alle Siebt- bis Neuntklässler in der Region bald intensiv lernen werden.

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