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StädteRegion Aachen. „Demokratie fängt an, wenn wir miteinander sprechen: in der Familie, mit Freundinnen und Freunden, in der Schule. Wir sind verschieden und haben verschiedene Meinungen. Aber wir sind alle Menschen! Unser Leben ist kurz. Zu kurz um zu streiten, zu kurz für Hass und Gewalt“, ermutigte Maria Kalesnikava. Die Karlspreisträgerin von 2022 ist jetzt mit Schülerinnen und Schülern an der Waldschule in Eschweiler ins Gespräch gekommen. Zu der Veranstaltung hatte das Bildungsbüro der StädteRegion Aachen gemeinsam mit der Stiftung Internationaler Karlspreis eingeladen.
Maria Kalesnikava stand 2020 an der Spitze einer Bewegung, die Menschen in Belarus Hoffnung auf Veränderung gegeben hat. Nach einer manipulierten Wahl wurde sie für ihren Einsatz vom Lukaschenko-Regime zu 11 Jahren Haft verurteilt – fünf davon verbrachte sie unter sehr harten Bedingungen. Seit ihrer Freilassung im Dezember 2025 kann sie wieder öffentlich sprechen und ihre Erfahrungen teilen. Neben Themen wie Demokratie, Freiheit und Verantwortung sprach Maria Kalesnikava in Eschweiler auch darüber, wie wichtig Kunst und Kultur für eine Gesellschaft sind. Eindrücklich schilderte sie, wie die Liebe ihrer Familie sowie die Musik und Bücher ihr geholfen haben, in der Isolationshaft zu überleben: „Ich war nie eine Sekunde unfrei. In meinem Kopf war ich immer frei, auch hinter Gittern, hinter Mauern.“
„Eine wirklich beeindruckende Frau, die für Mut, Haltung und Engagement steht. Sie setzt sich konsequent für Freiheit, Menschenrechte und Mitbestimmung ein. Gerade für junge Menschen ist ihre Geschichte ein starkes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, die eigene Stimme zu nutzen“, so Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier. Er hatte vorab unter anderem mit Eschweilers Bürgermeister Patrick Nowicki und dem Vorsitzenden des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet, mit Kalesnikava gesprochen. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, was es bedeutet, in einem nicht geeinten Europa zu leben - mit den Einschränkungen und Grenzen. Das ist heute zum Glück anders und dafür lohnt es sich zu kämpfen“, ergänzte der Bürgermeister der Stadt Eschweiler, Patrick Nowicki.
Über 200 Gäste waren in die Waldschule in Eschweiler gekommen. Neben Schülerinnen und Schülern der Waldschule nahmen die Demokratie AG der Realschule Patternhof und Gruppen der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler sowie der niederländischen Partnerschule der Waldschule an der Veranstaltung teil. Auch interessierte Privatpersonen, das Kollegium der Waldschule und Eltern verfolgten die Diskussion. 75 Schülerinnen und Schüler der Waldschule und der niederländischen Partnerschule hatten zudem vorab an Workshops mit dem Titel „Demokratie und Verantwortung“ teilgenommen. Hier ging es um europäische und demokratische Werte. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das EU-Programm „Erasmus + Jugend“ und die Partnerschaften für Demokratie in der StädteRegion Aachen.
Besondere Worte fand Maria Kalesnikava für alle Jugendlichen im Publikum: „Ich weiß, dass Ihr die Kraft und die Phantasie habt, um alles zu ändern, was Ihr ändern wollt. Ihr habt alles in eEren Händen! Seid kritisch. Seid stark. Unterstützt euch gegenseitig. Dann seid Ihr nie hoffnungslos. Liebe ist stärker als Angst!“ Mit zu einem Herz geformten Händen – einem der ikonischsten Symbole des friedlichen Protests gegen das Lukaschenko-Regime in Belarus - verabschiedete sie sich unter Standing Ovations.