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StädteRegion Aachen. Zwischen dem 9. August und dem 1. November widmet sich das Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen ganz unterschiedlichen Paarkonstellationen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwischenmenschliche Begegnungen. Über 140 Aufnahmen von rund 50 Künstlerinnen und Künstlern zeigen dabei die Bandbreite des Themas, von skurrilen Alltagszusammenkünften bis hin zu schicksalshaften Begegnungen und großen Gefühlen. Die ältesten Aufnahmen stammen aus den 1920er Jahren, die jüngsten sind nur wenige Jahre alt. „Wieder einmal ist es dem Fotografie-Forum gelungen, eine Vielzahl bekannter Fotografen zu versammeln“, so Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier. „Viele der Aufnahmen laden zum Lachen oder Schmunzeln ein und erzählen wunderbare Geschichten, wie sie nur der Alltag schreiben kann.“
Für die Kuratorin und Leiterin des Fotografie-Forums, Dr. Nina Mika-Helfmeier, geht es in der Ausstellung um ganz grundlegende Fragen: „Was verbindet zwei Menschen miteinander? Ist es Schicksal, Zufall oder eine unsichtbare Kraft, die sie einander näherbringt? Die Fotografien zeigen ganz unterschiedliche Begegnungen. Mal sind diese liebevoll und zärtlich, manchmal entfernen sich Personen voneinander oder ärgern sich über den anderen. Dabei leben viele der Fotografien vom Zufall. Flüchtige Begegnungen, überraschende Blickkontakte oder scheinbar bedeutungslose Gesten verdichten sich zu teils humorvollen und skurrilen Bildern, die Geschichten erzählen.“
Das lässt sich zum Beispiel in Martin Parrs Serie „Bored Couples“ (zu dt. „Gelangweilte Paare“) beobachten. Diese zeigt Paare, die sich nichts mehr zu sagen haben. Sie sind zwar gemeinsam im Café oder Restaurant, zwischen ihnen findet jedoch keinerlei Interaktion statt, oft schauen sie in gänzlich unterschiedliche Richtungen. Die kontrastreichen Farbfotografien haben eine subtile Komik. Der besondere Clou: eine Aufnahmen ist sogar ein Selbstporträt des Künstlers mit seiner Frau am Frühstückstisch eines Pariser Hotels.
Eine besondere Affinität für alltägliche Begegnungen hat ebenso Richard Kalvar, von dem zehn Aufnahmen in Monschau zu sehen sind. Der 1944 in New York geborene Fotograf ist besonders für seine skurrilen und humorvollen Fotografien bekannt. Er gilt als einer der prominentesten Vertreter der sogenannten Street Photography und versteht es meisterhaft, mit einem Bild ganze Geschichten zu erzählen. Beim Blick auf die 1967 entstandene Aufnahme einer ‚yelling lady‘ (zu dt. ‚schreiende Frau‘) fragt man sich direkt, welches Verhalten die ältere Dame so in Rage gebracht haben könnte, dass sie den Herren auf einer New Yorker Parkbank dermaßen angeht. Andere Aufnahmen Kalvars entwickeln ihre Komik schon durch minimale Gesten.
Vielen der präsentierten Fotografien ist gemein, dass der Zufall eine entscheidende Rolle spielt. Vermeintlich alltägliche Begegnungen werden dank spannenden Bildausschnitten und meisterhaften Kompositionen zu ganz besonderen Momenten. Elliott Erwitt hat 1989 derart eine beeindruckende Serie über ein junges Paar am Brunnen des Pariser Louvre geschaffen, die mit nur vier Aufnahmen eine Geschichte über Streit, Versöhnung und die Liebe selbst erzählt.
Berühmte Paare des 20. Jahrhunderts finden sich in der Ausstellung ebenfalls: Salvador Dalí und Gala mischten wie kaum ein anderes Gespann die Kunstwelt auf. Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir revolutionierten die Philosophie des 20. Jahrhunderts. Ihre für diese Zeit mehr als außergewöhnlich unkonventionelle Beziehung wurde in der Öffentlichkeit vielfach kommentiert. Antanas Sutkus‘ intimes Porträt der beiden führt besonders eindrucksvoll das Spannungsfeld zwischen öffentlichem Mythos und privater Beziehung vor Augen, das noch Jahre nach dem Tod de Beauvoirs und Sartres diskutiert wird. Porträts berühmter Leinwandpaare aus Hollywood zeigen darüber hinaus, welche Vorstellungen von Paarbeziehungen die Popkultur prägten: wie Marilyn Monroe und Clark Gable im Kultfilm „The Misfits – nicht gesellschaftsfähig“ oder James Dean und Natalie Wood in „… denn sie wissen nicht, was sie tun“.
Die Ausstellung lädt dazu ein, vielfältige zwischenmenschliche Beziehungen zu entdecken und die Schönheit von zufälligen Begegnungen zu feiern. Die große Anzahl humorvoller Aufnahmen verspricht Lächeln, Schmunzeln und Lachen während des Besuchs.
Informationen:
Ausstellung „Mysterium der Paare“
9. August bis 1. November 2026
Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen
Austraße 9, 52156 Monschau
info@kuk-monschau.de | Tel. +49 (0)2472-803194
Öffnungszeiten:
Di-Fr von 14.00 – 17.00 Uhr
Sa & So von 11.00 – 17.00 Uhr
Mo geschlossen
Der Eintritt ist frei.
Mit Arbeiten von:
Atelier Binder, Paul Almásy, Bruno Barbey, Heinrich von der Becke, Sibylle Bergemann, Norbert Bunge, Cornell Capa, Bruce Davidson, Gerti Deutsch, Herbert Dombrowski, Pietro Donzelli, Stefan Draschan, Jochen Ehmke, Elliott Erwitt, Arno Fischer, A. & E. Frankl, Leonard Freed, George Friedman, Jean Gaumy, Gilbert Garcin, Bruce Gilden, Franz Göttfried, Philippe Halsman, Hans Henschke, Bernd Heyden, Gerhard Hopf, Lotte Jacobi, Max Jacoby, Richard Kalvar, Barbara Klemm, Robert Lebeck, Herbert List, Peter Marlow, Will McBride, Inge Morath, Stefan Moses, Elisabeth Niggemeyer, Ruth Orkin, Martin Parr, Nelly Rau-Häring, Marc Riboud, Gerhard Riebicke, Willy Ronis, Erich Salomon, Max Scheler, Karl Schenker, Jordis Schlösser, Friedrich Seidenstücker, Robert Sennecke, Anton Stankowski, Uwe Steinberg, Louis Stettner, Dennis Stock, Sasha Stone, Antanas Sutkus, Paul Wolff, Harf Zimmermann
Veranstaltungen:
09.08.2026 | 12 Uhr
Vernissage
Bürgersaal, Austraße 7 in Monschau
Grußwort: Stellvertretende Städteregionsrätin Marie-Theres Sobczyk
Einführung: Dr. Nina Mika-Helfmeier
20.09.2026
Weltkindertag
14-17 Uhr | Mitmach-Aktion für große und kleine Besuchende im Fotografie-Forum
15 Uhr | Familienführung durch die Ausstellung „Mysterium der Paare“
24.10.2026 | 11-17 Uhr
Fotografie-Workshop „Paare“
Für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren | mit Karin Odendahl