Breadcrumb
StädteRegion Aachen. „Schwimmen zu können ist einfach unfassbar wichtig. Wir können solche Badeunfälle - wie es sie leider immer wieder gibt – verhindern, indem wir unsere Kinder fit fürs Wasser machen“, appelliert Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier beim Auftakt der Schwimminitiative 2026/2027 in der Schwimmhalle Aachen-Brand. „Hier habe ich damals schon schwimmen gelernt und es auch meinen Kindern beigebracht“, sagt Aachens Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons. Er unterstreicht, dass eine flächendeckende Schwimmausbildung eine Generationenaufgabe für Eltern, Vereine und Schulen ist. Mit der „Schwimminitiative“ bündeln starke Partnerinnen und Partner in der StädteRegion Aachen bereits zum dritten Mal wieder ihre Expertise und Ressourcen. Das gemeinsame Ziel: jedes Kind soll schwimmen lernen und sich sicher im Wasser bewegen können – unabhängig von individuellen Voraussetzungen, sozialen oder familiären Rahmenbedingungen.
„Es gibt Schulen, wo nahezu alle Kinder auch ohne unsere Initiative schwimmen können. Aber viele Schulen haben eben keine ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer mehr oder nicht die entsprechenden Schwimmzeiten. Hinzu kommt, dass manche Eltern keinen Bezug zum Thema Schwimmen haben und das führt zu einem Ungleichgewicht in der StädteRegion. Im Sinne der Bildungsgerechtigkeit ist die Schwimminitiative ein sehr wichtiges Vorhaben“, erklärt der Bildungsdezernent der StädteRegion Aachen, Markus Terodde. Dafür ziehen die StädteRegion Aachen, die zehn Kommunen, das Schulamt und der Schulsportausschuss für die StädteRegion Aachen, die Obere Schulaufsicht (Bezirksregierung Köln), RegioSportBund und StadtSportbund, die Schulen und das Bildungsbüro der StädteRegion an einem Strang. Die Leitprinzipien sind frühzeitige Förderung, sozial gerechter Zugang, verlässliche Kooperation und kontinuierliche Qualitätssicherung.
Herzstück der Schwimminitiative sind die Schulschwimmwochen, an denen voraussichtlich rund 2.000 Kinder aus rund 70 Schulen in der StädteRegion Aachen teilnehmen. Dabei handelt es sich vornehmlich um Viertklässler. Ausschlaggebend ist der Bedarf der Schulen und Kommunen. Während der Schulschwimmwochen in allen zehn städteregionsangehörigen Kommunen erhalten die von den Schulen ausgewählten Kinder zusätzlich zum regulären Schwimmunterricht eine Woche lang täglich eine Stunde Schwimmzeit.
„Ein weiterer wichtiger Punkt der Schwimminitiative ist der Ausbau der Angebote zur Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften“, erklärt Johannes-Elmar Kugel von der Bezirksregierung Köln. Unter deren Federführung wurden im Schuljahr 2024/25 knapp 40 und im Schuljahr 2025/26 weitere 24 Lehrkräfte zusätzlich für den Schwimmunterricht fortgebildet. Stadtsportbund und RegioSportBund bildeten unterdessen „Schwimmassistenzen“ für die pädagogische Trainerarbeit mit Grundschulkindern aus. Sie unterstützen Lehrkräfte im Schwimmunterricht. Seit 2024 wächst der städteregionale „Pool“ an Assistenzen, auf den die Schulen über die Sportbünde zugreifen können. „Was ich am schönsten finde ist, dass die Kommunen übergreifend so toll miteinander arbeiten und alle Kinder, die daran teilnehmen, einen positiven Mehrwert haben“, so Maximilian Mansuroglu vom RegioSportbund. „Die Kinder werden durch die Teilnahme auch resilient im Alltag, werden selbstbewusster und erhalten ein positives Gefühl für andere Lebensbereiche“, bestätigt auch Nadine Frey vom Stadtsportbund Aachen.
Die aktuellen Schulschwimmwochen gehen von September 2026 bis ins Frühjahr 2027. Sie werden vom NRW-Schulministerium (mit bis zu 20.000 Euro) und der StädteRegion Aachen (mit bis zu 80.000 Euro aus Haushaltsmitteln) gefördert.