StädteRegion Aachen. „Wir haben einen Sommer erlebt, der uns deutlich vor Augen geführt hat, wie verletzlich unsere Natur und damit auch unsere Landwirtschaft geworden sind“ appellierte Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier beim Erntedankempfang im Haus der StädteRegion Aachen. „Wir hatten ein tolles Frühjahr, die Bestände standen topp und wir freuten uns auf eine hervorragende Ernte, aber dann kamen die große Trockenheit und Hitze, die alle Feldfrüchte extrem in Mitleidenschaft gezogen haben“, erinnerte sich der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Aachen, Bernd Kockerols.

Der Empfang ist ein sichtbares Zeichen der hohen gegenseitigen Wertschätzung und Plattform des inhaltlichen Austausches der Landwirtschaft mit der StädteRegion Aachen. Mit viel Liebe hatten die Landfrauen rund um die Kreisvorsitzende Edith Hamacher den Mediensaal im Haus der StädteRegion herbstlich hergerichtet: Mit Kürbissen, Möhren, Äpfeln, Strohballen, Herbstblumen, Kastanien, Nüssen und kleinen Treckern und Schubkarren. Zu den aktuellen Themen und Fragestellungen gehörten beim Empfang neben den Dürreperioden auch die Entwicklung des Klimawandels sowie die anhaltende Bürokratie, der Einsatz neuer Technologien und steigenden Energiekosten. „Wir dürfen die Ernährungssicherheit nicht erst dann ernst nehmen, wenn die Regale leer bleiben“, mahnte Kockerols.

„Die Landwirtschaft braucht momentan vor allem eines: verlässliche Rahmenbedingungen. Wir brauchen die Möglichkeit, Betriebe weiterzuentwickeln und in die Zukunft zu investieren“, so  Grüttemeier. Als konkretes Signal nannte er unter anderem die Wiedereinführung der Agrardieselvergütung. „Aktuell muss ein Milchbauer fünf bis sechs Liter Milch verkaufen, um sich einen Liter Diesel leisten zu können“, machte Bernd Kockerols mit einem eindrücklichen Zahlenbeispiel deutlich. Gleichzeitig lobte er den Zusammenhalt und die Nachbarschaftshilfe unter den Landwirtinnen und den Landwirten. Diese waren zuletzt beim Waldbrand im Hürtgenwald und dem Moorbrand im Hohen Venn deutlich geworden, als etliche Landwirte unter anderem mit Löschwasserlieferungen unterstützt hatten. „Egal ob Trockenheit, Kostendruck, politische Unsicherheiten. Wir üben unseren Beruf weiter gerne aus, mit Dankbarkeit für die Ernte und Zuversicht für die Zukunft“, so Kockerols weiter.

Abschließend bedankte sich der Städteregionsrat bei den Landwirtinnen und Landwirten sowie den Landfrauen für ihren Einsatz in diesem Jahr und unterstrich noch einmal die Wichtigkeit, regionale Produkte zu kaufen. „Denn beim Kauf regionaler Produkte unterstützen wir nicht nur einzelne Betriebe, wir unterstützen ganz konkret Arbeitsplätze in unserer Umgebung“, so Grüttemeier.
 

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